Vorsicht mit Feuerwerken

Die Waldbrandgefahr bleibt zwar in den meisten Ostschweizer Kantonen erheblich. Trotzdem ist das Zünden von Feuerwerken am 1. August erlaubt – die Kantone mahnen aber zur Vorsicht.

Michel Burtscher
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Silvesterraketen (Bild: (58794693))

Silvesterraketen (Bild: (58794693))

Gute Nachrichten für Fans von Raketen und Vulkanen: In den Ostschweizer Kantonen wird das Zünden von Feuerwerken am 1. August nicht verboten. Damit bilden die Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden eine Ausnahme in der Schweiz. Viele Kantone haben aufgrund der Waldbrandgefahr Feuerverbote erlassen oder das Zünden von Feuerwerken nur mit Einschränkungen erlaubt (siehe Zweittext). Auch in der Ostschweiz ist die Waldbrandgefahr zwar teilweise gross, verboten sind Feuerwerke trotzdem nicht.

Mindestabstand zum Wald

Im Kanton St. Gallen herrscht Gefahrenstufe drei bis vier, also erhebliche bis grosse Waldbrandgefahr. Man habe diese Kategorisierung gestern überprüft und entschieden, sie vorerst zu belassen, sagt Jürg Hässig, der Stellvertreter des Kantonsoberförsters. «In gewissen Gegenden hat sich die Lage durch die Regenfälle am Wochenende zwar entschärft, Risiken sind aber immer noch vorhanden.» Vor allem im Süden des Kantons und im Rheintal herrscht noch immer Gefahrenstufe vier. Das bedeutet gemäss Bundesamt für Umwelt, dass bereits der Funkenflug eines Grillfeuers einen Brand verursachen könnte. Trotzdem bleibt das Zünden von Feuerwerkskörpern erlaubt. Der Kanton mahnt jedoch zur Vorsicht beim Umgang mit Feuer und Feuerwerkskörpern. Ein Sicherheitsabstand zum Wald von mindestens 200 Metern solle beim Zünden von Feuerwerken eingehalten werden, heisst es in einer Mitteilung.

Auch im Kanton Thurgau gibt es kein Feuerverbot – trotz erheblicher Waldbrandgefahr. Aber auch Kreisforstingenieur Ulrich Ulmer warnt: «Es gibt Risiken.» In den letzten Tagen sind im Kanton durchschnittlich rund 20 Millimeter Regen pro Quadratmeter gefallen. Um die Gefahrensituation nachhaltig zu entschärfen, wären rund 40 Millimeter pro Quadratmeter notwendig gewesen. Die Situation sei aber noch nicht dramatisch genug für ein Feuerwerksverbot, sagt Ulmer.

Feiern im Regen?

Entspannt hat sich die Situation in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden. Dementsprechend wurde die Gefahrenstufe von drei auf zwei herabgesetzt. Die Waldbrandgefahr ist noch mässig. Es können zwar durchaus lokal Feuer entstehen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist jedoch langsam bis mittel, und der Brand ist normalerweise leicht zu löschen. «Stimmen die Wettervorhersagen, geht von Feuerwerken am 1. August keine Gefahr aus», sagt Heinz Nigg, Oberförster von Appenzell Ausserrhoden.

Auch wenn den Feuerwerken zumindest in der Ostschweiz also eigentlich nichts mehr im Weg steht, bleibt ein Wermutstropfen: Gemäss Wetterbericht regnet es am Nationalfeiertag. So könnte das Wetter die Festlaune doch noch trüben.