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VORFALL AM WOCHENENDE: Pyros in unteren Ligen: Einzelfälle oder neuer Trend?

Pyros gibt es nicht nur in grossen Stadien, sondern auch im Umfeld von Spielen der unteren Ligen, wie ein Fall vom Wochenende zeigt. Der Ostschweizer Fussballverband verfolgt mit Interesse, zu welchen Schlüssen eine Zürcher Arbeitsgruppe kommt.
Daniel Walt
Fans von Wiesendangen (Bild: Polizei Schaffhausen)

Fans von Wiesendangen (Bild: Polizei Schaffhausen)

Wenn der FC Thayngen auf den FC Wiesendangen trifft, löst dies normalerweise kein grosses Echo aus. Anders beim Match der beiden 3. Liga-Teams am vergangenen Samstag: Rund 20 Gästefans zündeten auf dem Weg zum Stadion Pyros. Die Schaffhauser Polizei war dank vorgängiger Hinweise vorbereitet und mit einem Grossaufgebot präsent. Nachdem sie den Fussballfans die Pyros abgenommen hatte, sorgten diese via einen Kurier für Nachschub, so dass sie nach dem Spiel erneut zünden konnten. Im Bahnhof Schaffhausen warfen sie dann sogar Rauchkörper auf den Perron.

Mehrere Vorfälle
Stephan Häuselmann, Präsident des Ostschweizer Fussballverbandes, hat Kenntnis vom Vorfall in Thayngen. «Wir beobachten mit Interesse, wie der Fussballverband der Region Zürich nun damit umgeht», hält er fest. Aufgrund mehrerer Vorfälle mit Pyros in unteren Ligen ist beim Zürcher Regionalverband nämlich bereits im Januar eine Arbeitsgruppe gestartet, die sich um das Thema kümmert. Geschäftsführer Patrick Meier: «Passiert ist bei den Pyro-Vorfällen zwar noch nichts. Wir wollen aber nicht erst reagieren, wenn das der Fall ist.»

Fans von Wiesendangen (Bild: Polizei Schaffhausen)

Fans von Wiesendangen (Bild: Polizei Schaffhausen)

Fans von Wiesendangen (Bild: Polizei Schaffhausen)

Fans von Wiesendangen (Bild: Polizei Schaffhausen)


Verlagerung nach unten?
Die Polizei Schaffhausen vermutet, dass bei den fehlbaren Wiesendangener Fans auch solche von grösseren Clubs aus oberen Ligen dabei waren. Das würde dem in Deutschland und England bekannten Phänomen entsprechen, dass Fans aufgrund der zunehmenden Repression in den grossen Stadien vermehrt in tieferen Ligen bei kleineren Clubs zünden. Stephan Häuselmann vom Ostschweizer Fussballverband hält eine verstärkte Entwicklung in diese Richtung hierzulande zwar für vorstellbar, aber wenig wahrscheinlich. Patrick Meier vom Zürcher Regionalverband teilt diese Auffassung: «Bei uns ist der Zuschauerzuspruch in unteren Ligen wesentlich geringer als in Deutschland oder England. Von daher ist dies für Pyrozünder eine weniger attraktive Ausgangslage.»

Fussballverband beobachtet
Auch der Schweizerische Fussballverband verfolgt das Thema Pyrozünden in unteren Ligen mit Interesse, wobei sein Fokus der Sicherheit im Profifussball gilt. «Aus Schiedsrichterrapporten ist es uns bekannt, dass es in unteren Ligen zu Vorfällen mit Pyros gekommen ist», sagt Christian Schöttli, Sicherheitsverantwortlicher des Verbandes. Allerdings seien sie marginal im Vergleich zur Situation in den oberen beiden Spielklassen und gemessen an den Tausenden von Spielen, die in unteren Ligen landesweit stattfänden.

Polizei ermittelt
Sollte das Zünden von Pyros entgegen seinen Erwartungen auch in unteren Ligen zunehmen, stellt Stephan Häuselmann vom Ostschweizer Fussballverband ein rasches und konsequentes Handeln in Aussicht. Vorderhand wartet er wie die anderen Präsidenten der Deutschschweizer Regionalfussballverbände auf die Folgerungen, welche die Zürcher Arbeitsgruppe zur Thematik zieht. Die Schaffhauser Polizei ihrerseits ermittelt derzeit, inwieweit die beteiligten Fussballfans schon früher negativ aufgefallen sind und ob sie allenfalls sogar bereits mit Stadionverboten belegt waren. Sprecher Patrick Caprez: «Wir hoffen, dass es bei einem Einzelfall bleiben wird, werden aber insbesondere Spielen mit Wiesendangen verstärkte Aufmerksamkeit schenken.»

Pyros bei der U21 des FCSG

Ein massiver Vorfall mit Pyrotechnik in einer unteren Liga ereignete sich im Mai 2009 im St.Galler Gründenmoos. Vor dem Spiel der U21 des FC St.Gallen gegen GC griffen vermummte St.Galler Anhänger GC-Fans an. Laut Polizei stürmten sie aus Gebüschen hervor, zündeten Knallpetarden sowie Leuchtkörper und verprügelten gegnerische Anhänger. Als Konsequenz daraus untersagte der Fussballverband den St.Gallern, die Heimspiele ihres U21-Teams weiterhin im Gründenmoos auszutragen – der Grund: Sicherheitsmängel, unter anderem bei der Eintrittskontrolle. Seither finden sie im Espenmoos statt. (dwa)

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