VORARLBERG: Abstimmung - Vorarlberger Gemeinde Lustenau entscheidet über Ikea-Filiale

Ikea will ihr Standortnetz in Österreich erweitern. Bevor die schwedische Möbelhauskette in Vorarlberg ihre erste Filiale realisieren kann, wird die Bevölkerung befragt. Am 27. Mai findet in Lustenau eine Abstimmung statt.
IKEA Schriftzug (Bild: (Hannes Thalmann))

IKEA Schriftzug (Bild: (Hannes Thalmann))

Im Bundesland Vorarlberg mit rund 388'000 Einwohnern hat es keine Ikea-Filiale. Seit 2015 ist in Wolfurt eine Ikea-Abholstation in Betrieb. Das Möbelhaus plant einen Ableger in Lustenau.
Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Lustenau" ist gegen den Bau einer Filiale des "Möbelriesen" in ihrer Gemeinde. Sie sammelte knapp 3200 Unterschriften für eine Volksabstimmung, notwendig gewesen wären 1800.

Die Abstimmung findet am 27. Mai statt, wie der Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) am Dienstag vor den Medien bekannt gab. Die Frage lautet: "Soll die Marktgemeinde Lustenau Ikea - durch entsprechende Flächenwidmung - trotz zu erwartendem Mehrverkehr ansiedeln?"
Der zu erwartende Mehrverkehr gilt als Knackpunkt in der ohnehin verkehrsgeplagten Kommune. Zu den 24'500 Fahrzeugen, die täglich beim beabsichtigten Ikea-Standort unterwegs sind, kämen durch das Möbelhaus noch einmal geschätzte 3800 hinzu.

"Durchzugsort"

Fischer betonte, dass auch bei einer Zustimmung die Ansiedlung von Ikea in Lustenau nicht fix wäre. Ohne entsprechende Verkehrslösung würde diese gar nicht kommen. "Bei einem Ja wäre aber die Chance gegeben, das Projekt weiterzuentwickeln", so der Bürgermeister.

Es gelte nicht nur die positiven Auswirkungen für den Handel im Falle einer Ikea-Ansiedlung dem Mehrverkehr gegenüberzustellen. Zwar steht Lustenau laut Fischer in Sachen Gewerbebetriebe sehr gut da, beim Handel aber sei man zu einem Durchzugsort geworden.

"Die Kaufkraft und der Verkehr fliessen durch Lustenau", sagte der Bürgermeister. Derzeit wanderten aus Vorarlberg 7,4 Mio. Euro (8,6 Mio. Franken) in Möbelhäuser in die Schweiz sowie 8 Mio. Euro (9,3 Mio. Franken) nach Deutschland ab.

Würde der Ikea-Markt in Lustenau gebaut, kämen zu den 18'300 Quadratmeter Verkaufsfläche der Marktgemeinde 10'000 Quadratmeter hinzu. Aber auch diesbezüglich liegt Lustenau im Vergleich mit einigen Nachbarn im Hintertreffen - Dornbirn hat über 106'000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Hohenems mehr als 30'000.

Erste Volksabstimmung seit 20 Jahren

Mit geplanten 240 Beschäftigten wäre Ikea in Lustenau drittgrösster Arbeitgeber, in Sachen Kommunalsteuer würde das Möbelhaus mit 135'000 Euro auf Platz acht zu liegen kommen.
Den Projekt-Gegnern ist beides zu wenig. Sie fordern, dass das betreffende Grundstück regionalen Betrieben zur Verfügung gestellt wird, die mehr Arbeitsplätze, mehr Steuern und weniger Verkehr bringen als eine Ikea-Filiale.

Fischer unterstrich, dass man rund 20 Jahre nach der bisher letzten Volksabstimmung in Lustenau die verbindliche Befragung der Bürger vorbildlich abwickeln wolle. So kündigte er etwa eine gross angelegte Informationsveranstaltung an.

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