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Von St.Gallen bis Horgen auf der falschen Seite, betrunken und auf Kokain: Geisterfahrer zu drei Jahren Haft verurteilt

Die Geisterfahrt eines 46-Jährigen im April hat nur mit Glück keine Opfer gefordert. Der Mann fuhr 
unter Drogeneinfluss über 80 Kilometer auf der falschen Seite der Autobahn. Jetzt kommt er vor Gericht.
Daniela Haag
Alkohol, Kokain und Durchschnittstempo 143: Die Liste der Anklagepunkte ist lang. (Bild: Getty)

Alkohol, Kokain und Durchschnittstempo 143: Die Liste der Anklagepunkte ist lang. (Bild: Getty)

Die 86 Kilometer lange Irrfahrt eines 46-jährigen Italieners vom 15. April hatte landesweit Aufsehen erregt. Am Mittwoch muss sich der Mann nun am Bezirksgericht Horgen für seine Tat verantworten.

Die Geisterfahrt, die in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft detailliert beschrieben wird, erscheint unglaublich. Der Mann lenkte kurz vor 2 Uhr nachts sein Fahrzeug in Trübbach im St. Galler Rheintal auf die falsche Seite der A13. Er fuhr Richtung Sargans los. Sein Ziel war sein Wohnort am linken Zürichseeufer. Um die falsche Einfahrt der Autobahn zu nehmen, missachtete der Mann nicht weniger als sechs Einbahntafeln. Dann fuhr er viel zu schnell durch mehrere Kantone. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 143 Kilometer pro Stunde, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Damit überschritt er deutlich die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf den einzelnen Streckenabschnitten von 80, 100 und 120 Kilometer pro Stunde. Auf seiner Irrfahrt passierte er mehrere Baustellen, Tunnels und kurvenreiche Passagen.

Aufforderungen der 
Polizei missachtet

Dem Geisterfahrer kamen rund 30 korrekt fahrende Fahrzeuge entgegen. Ein Lenker konnte eine Kollision in letzter Sekunde verhindern. Er musste von der Überholspur abrupt nach rechts auf die Normalspur wechseln. Die Kantonspolizei Zürich, die auf den Geisterfahrer aufmerksam gemacht wurde, versuchte ein erstes Mal, ihn in Freienbach im Kanton Schwyz zu stoppen. Die polizeiliche Aufforderung war nicht zu übersehen. Die Beamten stellten ein Fahrzeug in den Weg und schalteten das Blaulicht ein. Sie blitzten ihn von vorne an, hielten ihm eine Leuchte mit der Anzeige «Stop Polizei» entgegen und bedienten die Lichthupe.

Der Geisterfahrer missachtete die klare Aufforderung jedoch kaltschnäuzig. Er fuhr mit hoher Geschwindigkeit zwischen dem Polizeiauto und der Mittelleitplanke durch, wie die Staatsanwaltschaft ausführt. Gestoppt werden konnte er erst gegen 2.30 Uhr in Horgen, wo die Polizei die Autobahn sperrte. Erschwerend kommt hinzu, dass der Mann diese Geisterfahrt in stark eingeschränktem Zustand unternommen hatte. Er schnupfte Kokain und trank Alkohol, bevor er am Abend zuvor von seinem Wohnort via Autobahn ins Fürstentum Liechtenstein losgefahren war. Als er verhaftet wurde, wies man ihm 1,53 Promille Alkohol sowie den Drogenkonsum nach.

Hohes Risiko 
eingegangen

Als ob das nicht schon genug wäre, fuhr der Mann auch noch ohne Ausweis. Dieser war ihm nämlich entzogen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er elementare Verkehrsregeln vorsätzlich verletzt hat. Er sei ein hohes Risiko für einen Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen.

Die Liste der Anklagepunkte ist lang: qualifiziert grobe Verletzungen der Verkehrsregeln, Fahren in fahrunfähigem Zustand, Fahren ohne Berechtigung, fahrlässig grobe Verletzung der Verkehrsregeln und Hinderung einer Amtshandlung. Der Mann ist seit seiner Geisterfahrt in Haft. Er hat bereits den vorzeitigen Strafvollzug angetreten. Am Mittwoch wird er vom Bezirksgericht Horgen im abgekürzten Verfahren verurteilt. Es liegt ein Urteilsvorschlag vor, auf den er sich mit der Staatsanwaltschaft geeinigt hat.

So wird er zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 60 Franken sowie einer Busse von 500 Franken verurteilt. Sechs Monate muss der Geisterfahrer absitzen, die restlichen 30 Monate werden aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren. Zudem wird er für zehn Jahre des Landes verwiesen.

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