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VON KMU ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG: Euro stimmt Unternehmer zuversichtlich

Die Ostschweizer KMU erwarten in den nächsten Monaten einen Aufschwung, heisst es im Provida-Unternehmerreport. Grund für den Optimismus dürfte nicht zuletzt der schwächelnde Franken sein.

Die Ostschweizer KMU sind so optimistisch wie schon lange nicht mehr. Bereits der Ostschweizer Konjunkturbarometer zeigte Anfang des Monats, dass sich die Unternehmen von den kommenden Monaten viel versprechen. Ein wichtiger Faktor war die Metall- und Maschinenindustrie: Lange dämpfte der starke Franken ihre Exporte, doch in den letzten Monaten nahmen diese wieder deutlich zu.

Der Provida-Unternehmerreport stösst nun ins gleiche Horn. Blickten die befragten KMU Anfang Jahr noch mit eher gemischten Gefühlen in die Zukunft, sind sie heute überwiegend optimistisch. Die Konjunktur in Europa ziehe wieder an, sagt Marco Gehrig, der bei der Fachhochschule St. Gallen die Umfrage leitet. «Deutschland, aber auch Spanien und Italien laufen gut.» Und damit wird der Euro wieder stärker. «Lange schien er unter 1.10 Franken pro Euro zu verharren. Heute steht er bei 1.14. Dass der Kurs 1.20 erreichen könnte, scheint realistisch.» Das sei sehr positiv, gerade für die Exportindustrie.

Bald wieder mehr Investitionen

Laut dem Unternehmerreport erwarten die KMU aber nicht nur höhere Umsätze und Auftragsbestände. Die Margen, wegen des starken Frankens lange unter Druck, sollen steigen, glaubt man den Antworten. Auch scheinen die Unternehmen wieder mehr Lust auf Investitionen zu haben. Und der Personalbestand soll steigen – mancherorts werden also Stellen geschaffen.

Ganz sorgenfrei sind die KMU aber auch diesen Sommer nicht. Die Liquidität macht vielen Betrieben Sorgen. Ein eindeutiger Grund sei schwer auszu­machen, sagt Gehrig. Einerseits seien es oft ganz kleine Unternehmen gewisser Branchen, bei denen die Liquidität immer ein Problem sei. «In der Gastronomie zum Beispiel.» Es könne aber auch sein, dass die Industrie die Folgen der Eurokrise spüren. «Lange mussten sie Aufträge zu tiefen Preisen ausführen, zum Teil unter den Kosten. Das kann nach einer gewissen Zeit zu Liquiditätsengpässen führen», sagt Gehrig.

Über AHV-Reform gespalten

Die aktuelle Ausgabe des Unternehmerreports fragte die KMU auch nach ihrer Einstellung zur anstehenden AHV-Reform. Das Resultat überraschte Marco Gehrig. «Der Gewerbeverband wandte sich deutlich gegen die Vorlage. So erwartete ich auch hier starke Ablehnung.» Doch die befragten KMU scheinen gespalten. Zwar sagte eine Mehrheit, die AHV-Reform beeinflusse ihre Geschäfte negativ. Aber die Mehrheit war knapp, und der Einfluss wurde eher gering eingeschätzt. So erwarteten die Unternehmen zwar höhere Kosten. «Aber sie wissen, dass etwas getan werden muss.» Besonders positiv schätzen sie die geplante Flexibilisierung des Rentenalters ein. «Man erhofft sich wohl, dass dadurch mehr qualifizierte Mitarbeiter länger im Betrieb bleiben», sagt Gehrig. Denn trotz der Abschwächung des Frankens: «Der Fachkräftemangel ist weiterhin eine der grössten Sorgen der KMU.»

Kaspar Enz

kaspar.enz@ostschweiz-am-sonntag.ch

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