Von der hellen in die dunkle Bar

Hunderte Studenten, Arbeitslose und Rentner machen Messen wie die Offa erst möglich.

Drucken
Teilen

Hunderte Studenten, Arbeitslose und Rentner machen Messen wie die Offa erst möglich. Während sich das Festvolk bereits am Nachmittag zu betrinken beginnt, halten die Temporärkräfte den Laden am laufen: Für Stundenlöhne von knapp 18 Franken brutto werden WCs geputzt, Bars aufgefüllt, Gläser abgeräumt – oder Hektoliter von Bier verkauft, wie am Schützengarten-Stand in der Degustationshalle 4. Wie viele Liter «Schüga» an einem Abend ausgeschenkt werden, will Richard Wüst, Messe-Verantwortlicher bei der Brauerei, nicht sagen: «Sonst heisst es nur, die Offa sei ein einziges Sauffest.»

«Primitiv bis witzig»

Dafür, dass das Bier niemals ausgeht, dafür sorgen Michel und Gabriel, zwei Prototypen des Temporärjobbers: 17 Jahre alte Kantischüler, die in den Ferien etwas dazuverdienen. Sie wuchten reihenweise 60-Kilo-Bierfässer von den Paletten, füllen und leeren die Geschirrspüler im Akkord, sind Mädchen für alles – und mögen ihren Job. «In den ruhigen Stunden bleibt Zeit, um mit Kollegen zu reden oder auch mal ein Bier zu trinken.» Sowieso seien sie stolz, für ein regionales Bier zu arbeiten und nicht «für irgendeinen Konzern wie Heineken».

Allgemein ist die Stimmung hinter der Bar so gut wie davor, das Team ist eingespielt, reisst Witze, kennt viele Gäste – und muss manchmal einiges aushalten. «Bei den Leuten gibt's halt alles, von primitiv bis witzig», sagt Theresa, Studentin am Zapfhahn. «Es braucht Humor, gute Nerven und Belastbarkeit.»

Toilettenfrau und Securitas

Nüchterner erlebt die Putzfrau bei den Toiletten, eine müde wirkende Frau in den Fünfzigern, ihren Offa-Job. Der Dreck sei nicht das Problem, sondern, dass einen «einige Leute wie Luft behandeln», sagt sie während einer Pause auf ihrem Plastikstuhl.

Müde sind nach einem Offa-Tag auch die Securitas, auch darunter viele Studenten und Temporäre: «Zwölf Stunden stehen und am Abend noch mit Betrunkenen diskutieren», beschreibt einer seinen Job. Urs-Peter Zwingli