Von der Abspaltung zum Bruch

Die St. Galler Grünliberalen waren die ersten: Sie formierten sich 2003 aus strategischen Gründen. Der Realo-Flügel innerhalb der Grünen Partei wurde gegründet, um den Nationalratssitz der Grünen zu retten – mit Erfolg.

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Die St. Galler Grünliberalen waren die ersten: Sie formierten sich 2003 aus strategischen Gründen. Der Realo-Flügel innerhalb der Grünen Partei wurde gegründet, um den Nationalratssitz der Grünen zu retten – mit Erfolg.

Der grünliberale Flügel

Als er nach einer Bezeichnung für den pragmatisch politisierenden, liberalen Flügel suchte, erfand der damalige Sekretär der Grünen, Markus Portmann, die Listenbezeichnung «Grünliberale». Früher war Portmann Parteisekretär des untergegangenen Landesrings, heute ist er glp-Sekretär.

«Eigentliche Verzweiflungstat»

Mit der grünliberalen Liste wollte er breitere Wählerschichten ansprechen. «Es war eine eigentliche Verzweiflungstat», sagt er. 1995 und 1999 konnten die Grünen ihren Sitz nur dank der Listenverbindung mit dem damals noch existierenden Landesring halten. Mit der grünliberalen Liste erhöhte sich der Wähleranteil der Grünen 2003 von vier auf über sieben Prozent.

2004 zogen die Grünliberalen als eigenständige Partei, aber noch unter grünem Dach, in die St. Galler Stadtparlaments-Wahlen und holten auf Anhieb vier Sitze. Im Januar 2006 traten die Grünliberalen der Stadt aus der Kantonalpartei der Grünen aus. Im Juni wurde die St. Galler Kantonalpartei gegründet. Praktisch gleichzeitig entstand die glp Schweiz.

Inzwischen bestehen sieben Kantonalparteien in den Kantonen Bern, Basel-Landschaft, Thurgau, St. Gallen, Schwyz, Zug und Zürich. (mw)

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