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Vom Tagesturnier zur saisonfüllenden Liga

«Brodwurschtliga» Die Alternative Fussball-Liga besteht in St. Gallen seit 2013. Damit ist St. Gallen wohl die letzte Schweizer Stadt, die eine eigene Alternativliga bekommen hat. In Zürich veranstaltet der Fortschrittliche Fussballverband seit bald 40 Jahren eine Meisterschaft – dort aber professionalisiert mit Schiedsrichtern und Assistenten. Auch in Bern und Basel messen sich die alternativen Kicker seit den 1990er-Jahren ausserhalb der offiziellen Fussballverbände in eigenen Ligen. Und sogar Schaffhausen war schneller als St. Gallen, als der Fass-Cup, das Grümpelturnier der Genossenschaftsbeiz Fass, in eine Liga umfunktioniert wurde.

Dabei ist es nicht so, dass es in der Gallusstadt keine Alternativfussball-Tradition gäbe. Zwischen 2006 und 2012 organisierte der umtriebige St. Galler Berufsschullehrer und Kulturveranstalter Dario Aemisegger den «Waild Cup» in der Unteren Waid – ein Turnier für «Fussballliebhaber, aber keines für Fussballvereine», so der Slogan. Viermal wurde das Turnier durchgeführt. Schon seit der Jahrtausendwende wurde die Idee einer eigenen Liga unter den St. Galler Hobbykickern gewälzt. 2013 fassten Roman Rutz und ein paar Fussballfreunde in einer Feierabendrunde im «Weissen Kreuz» den Beschluss, eine Meisterschaft ins Leben zu rufen, die zwar kompetitiv sein sollte, allerdings ohne den streng reglementierten Anstrich unter der Ägide eines offiziellen Fussballverbands. Die Teams handeln ihre Spieltermine selber aus. Es kommt vor, dass gewisse Teams nicht alle Spiele absolvieren. Auf Schiedsrichter wird in aller Regel verzichtet, obwohl die meisten Spiele doch recht hart umkämpft sind. Nur in wenigen Partien musste ad hoc ein Schiedsrichter aus dem Publikum ernannt werden.

Was 2013 mit 16 Mannschaften unter dem Titel «Brodwurschtliga» begann, umfasst mittlerweile rund zwei Dutzend Teams und ist nivelliert in die oberste «Brodwurschtliga», «St. Guellenleague» und die unterste Stärkeklasse «UI-Cup» – Letzterer benannt nach dem 2009 abgeschafften «Strohhalm-Cup» der Uefa. In der Alternativliga spielen Teams mit klingenden Namen wie «Little Mountain Village», «1. FC Sautrupp», «Hinter Mailand», «Amt für Bewegung» oder «Traktor Mühlegg». Die meisten Spiele werden im Demuttal ausgetragen, wo kürzlich die neue Alternativ-Saison eingeläutet wurde. (hrt)

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