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Vom Migrationsamt zur Kantonspolizei

Polizeikommandanten stehen eher selten im Rampenlicht und sind einer breiten Bevölkerung deshalb wenig bekannt. «Öffentlichkeitsarbeit» nehmen ihnen in aller Regel die inzwischen in allen Korps installierten Medienabteilungen ab. Dies gilt insbesondere bei der eigentlichen Polizeiarbeit.
Richard Clavadetscher
Bruno Zanga Polizeikommandant (Bild: Samuel Schalch)

Bruno Zanga Polizeikommandant (Bild: Samuel Schalch)

Polizeikommandanten stehen eher selten im Rampenlicht und sind einer breiten Bevölkerung deshalb wenig bekannt. «Öffentlichkeitsarbeit» nehmen ihnen in aller Regel die inzwischen in allen Korps installierten Medienabteilungen ab. Dies gilt insbesondere bei der eigentlichen Polizeiarbeit. Geht es jedoch um politische Fragen, ist es wiederum der Sicherheitschef oder die Sicherheitschefin, der oder die dazu Stellung nimmt. Der Kommandant sitzt dann vielleicht daneben – und sagt wenig.

In St. Gallen ist dies nicht anders: Bruno Zanga trat öffentlich vergleichsweise wenig in Erscheinung, seit er vor rund sechs Jahren von der Regierung zum obersten Polizisten des Kantons gewählt worden ist. Die Regierung folgte bei dieser Wahl dem Vorschlag der damaligen Justiz- und Polizeichefin Karin Keller-Sutter. Zum Zeitpunkt der Wahl war der Nachfolger des in den Ruhestand tretenden langjährigen Kommandanten Alfred Schelling 49 Jahre alt. Er ist verheiratet und wohnt in Tübach.

Im Aargau aufgewachsen

Zanga besuchte die Schulen im Kanton Aargau und studierte Rechtswissenschaften an der Universität Zürich. 1989 schloss er mit dem Lizenziat ab, 1992 mit dem Doktorat. Danach arbeitete er bei einer Grossbank und wurde im Dezember 1993 als Stellvertreter des Amtsleiters des Ausländeramts (heute: Migrationsamt) des Kantons St. Gallen gewählt. Auf den 1. November 1997 wählte ihn die Regierung zum neuen Leiter dieses Amts. In Zangas Amtszeit fielen die Umsetzung des Schengen-/Dublin-Rechts, die Einführung der biometrischen Pässe und Ausländerausweise sowie die Integration der Asylbetreuung nach dem Wechsel der Zuständigkeit vom Departement des Innern zum Sicherheits- und Justizdepartement.

Vertreter einer harten Linie

Als Leiter des Migrationsamts fuhr Zanga eine harte Linie. Exemplarisch zeigt sich dies an einem Fall aus dem Jahr 2006, mit dem er schweizweit bekannt wurde und für den er viel Beifall erhielt: Es ging um eine zwangsverheiratete Türkin, die ihren Vater und ihren Ehemann anzeigte und damit deren Ausweisung bewirkte. Von Todesdrohungen war die Rede und von der Verhinderung eines allfälligen «Ehrenmordes».

Als die beiden Türken schliesslich aus der Untersuchungshaft entlassen wurden, hatte Zanga bereits schon die Ausweisungsverfügung vorbereitet. Die beiden Männer kamen so umgehend in Ausschaffungshaft und wurden innert weniger Tage per Flugzeug in die Türkei abgeschoben.

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