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Vom Banker zum Schriftsteller: Andreas Russenberger hat einen Politthriller geschrieben

Der in Speicher aufgewachsene Andreas Russenberger arbeitete 20 Jahre lang bei der Bank, bevor er Autor wurde. Heute Donnerstag liest er in seinem Heimatdorf aus seinem Erstlingswerk.
Claudio Weder
Hat sich mit seinem Politthriller «Die Kanzlerin» einen Traum erfüllt: Andreas Russenberger. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Hat sich mit seinem Politthriller «Die Kanzlerin» einen Traum erfüllt: Andreas Russenberger. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Nein, es sei kein Buch über Angela Merkel, sagt Autor Andreas Russenberger und lacht. Auch wenn der Titel seines Ende 2018 erschienenen Erstlings («Die Kanzlerin») in Verbindung mit dem Reichstagsgebäude, das den Buchumschlag ziert, einen solchen Schluss durchaus nahelegt. Doch jene Kanzlerin, von der der 51-Jährige in seinem Romandebüt erzählt, ist, wie alle Figuren des fast 400-seitigen Buches, fiktiver Natur. Nicht Angela heisst die Protagonistin, sondern Helena. Helena von Eschenbach. Sie gehört auch nicht der CDU an: Von Eschenbach ist die erste sozialdemokratische Kanzlerin Deutschlands. Eine, deren Wurzeln in die düstere Nazi-Zeit zurückreichen, die jedoch, wie der Autor sagt, keine «klassische Böse» ist. Zumindest dem Anschein nach nicht.

In seinem Buch, das historisches Experiment und Politthriller in einem ist, schildert Russenberger, wie die Kanzlerin als Aussenseiterin die Wahl gewinnt, wie sie mit dem milliardenschweren Vermögen ihrer privaten Stiftung ein gigantisches nationales Aufbauprogramm anstösst und wie ihr «Pro-Deutschland»-Kurs später ins Schleudern gerät. Auch kommt es im Verlauf der Handlung zu einem Attentat auf die Kanzlerin.

600 Exemplare verkauft

Mit der Veröffentlichung seines Politthrillers hat sich Andreas Russenberger, der in Speicher aufgewachsen ist und heute mit seiner Familie in Erlenbach am Zürichsee wohnt, einen Kindheitstraum verwirklicht. «Ich las schon als Jugendlicher sehr gerne und wollte daher immer mal ein eigenes Buch schreiben.» Die Geschichte über die Kanzlerin, die lange Zeit als Idee in seinem Kopf herumschwebte, hat er nun, nach einer rund dreijährigen Schaffensphase, zu Papier gebracht und im Dezember 2018 über den deutschen Verlag «Books-on-Demand» (BoD) veröffentlicht.

Bisher verkaufte sich «Die Kanzlerin» rund 600-mal. «Am vergangenen Wochenende kamen gleich 50 Bestellungen auf einmal», erzählt der Autor zufrieden. Er werte das als positives Zeichen. Bücher über einen Selfpublishing-Verlag wie BoD zu veröffentlichen, habe viele Vorteile: Als Autor habe man absolute Freiheit. Zudem sei auch das finanzielle Risiko ausgeschlossen, denn gedruckt werden letztlich nur so viele Exemplare, wie auch bestellt werden. Kosten fallen für den Autor keine an. Unter dem Strich verdient Russenberger pro Buch aber höchstens einen bis zwei Franken. Doch darum geht es ihm auch nicht.

«Man wird nicht Schriftsteller, um Geld zu verdienen, sondern aus Leidenschaft.»

Das Buch habe er auch für sich selber geschrieben. «Als Musterleser stellte ich mir stets jemanden vor, der Interesse an Geschichte und Politik hat – jemanden wie mich.»

Zweites Buch folgt Ende Jahr

Die Themen seines Buches kommen nicht von ungefähr. Nach Abschluss der Kantonsschule Trogen studierte Russenberger an der Universität Zürich Geschichte und Politologie. Und auch das Bankenwesen, das im Buch eine wichtige Rolle spielt, kennt der 51-Jährige bestens. Nach dem Studium bekam er ein Jobangebot bei der Credit Suisse, wo er bis vor drei Jahren den Bereich Vermögensverwaltung leitete. «20 Jahre bei der Bank waren mir aber irgendwann genug.»

Heute engagiert sich Russenberger sozial – für die Organisation Kiwanis wie auch als Sportlehrer für die Firma seiner Frau, die sich um Jugendliche mit Förderungsbedarf kümmert. Dem Bankenbereich wird er als künftiger Verwaltungsrat erhalten bleiben. In seiner Freizeit macht er Ironman-Rennen auf der ganzen Welt – und schreibt weiterhin Bücher. Sein zweites ist sogar schon fast fertig. Es wird eine «augenzwinkernde Milieustudie» aus dem Bankenwesen sein und Ende Jahr erscheinen.

Hinweis: Heute Donnerstag um 19.30 Uhr liest Andreas Russenberger im Restaurant Ochsner in Speicher aus seinem Erstling «Die Kanzlerin». Weitere Infos unter https://www.andreas-russenberger.ch

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