Volksschule, Adé: 93 Prozent der Ausserrhoder Lernenden gelingt der Einstieg in Berufsbildung und Mittelschule

475 Ausserrhoder Schülerinnen und Schüler haben dieses Jahr die Volksschule abgeschlossen. Diese Zahl bewegt sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Dennoch sind 100 Lehrstellen im Kanton noch offen.

Claudio Weder
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58 Prozent der Jugendlichen absolvieren 2019 nach der Volksschule eine Berufslehre. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

58 Prozent der Jugendlichen absolvieren 2019 nach der Volksschule eine Berufslehre. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Jährlich führt das Ausserrhoder Departement für Bildung und Kultur eine Befragung der Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus Volksschule und Brückenangeboten durch. Dieses Jahr haben 93 Prozent aller Lernenden einen Einstieg in die Berufsbildung, die Mittelschule oder ein Brückenangebot gefunden. «Eine Zahl, die sich erfreulicherweise seit Jahren auf konstantem Niveau bewegt», so Dominik Schleich, Leiter Amt für Volksschule und Sport.

Unverändert ist auch die Tatsache, dass die Berufslehre nach wie vor derjenige Weg ist, der im Anschluss an die Volksschule am häufigsten eingeschlagen wird. In Zahlen ausgedrückt: 58 Prozent der 475 Schulabgänger steigen direkt in eine Berufslehre ein, für rund 23 Prozent führt der Weg an eine Mittelschule, annähernd 15 Prozent haben sich für ein einjähriges Brückenangebot und zwei Prozent für eine andere Zwischenlösung entschieden. Lediglich zwei Prozent wissen noch nicht, wie es nach dem 9. Schuljahr weitergeht.

Schulabgänger Volksschule. (Quelle: Kanton AR)

Schulabgänger Volksschule. (Quelle: Kanton AR)

Weniger Jugendliche starten eine Lehre

Was im Vergleich zu den Vorjahren aber auffällt: Der Anteil an Schülerinnen und Schülern, die nach der Volksschule eine Berufslehre in Angriff nehmen, zeigt nach unten. Waren es 2017 noch rund 65 Prozent, sind es heute 58 Prozent, die eine Berufslehre anstreben. «Dabei von einem allgemeinen Rückwärtstrend zu sprechen, wäre jedoch nicht richtig», sagt Dominik Schleich. Es sei normal, dass die Zahlen zwischen den einzelnen Jahren schwanken.

Für den Lehrstellenmarkt habe dies keine besonderen Auswirkungen, so Schleich weiter. Das Angebot an Lehrstellen im Kanton übersteigt derzeit zwar die Nachfrage: Ende Juni waren 429 Lehrverträge genehmigt, das sind zwölf mehr als im Vorjahr. Über 100 Lehrstellen sind derzeit noch offen. «Wir gehen aber davon aus, dass im Juli und August weitere 50 Lehrverträge abgeschlossen werden.»

Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass 65 Ausserrhoder Lernende diesen Sommer das Brückenjahr verlassen haben. «Damit liegen wir im Durchschnitt der vergangenen Jahre», so die Bilanz von Peter Bleisch, Leiter Amt für Mittel- und Hochschulen und Berufsbildung. In den vergangenen Jahren sei das Brückenangebot nicht nur von Volksschulabgängern, sondern vermehrt auch von Jugendlichen aus den Integrationsklassen genutzt worden. «Aus diesem Grund blieb die Zahl etwa konstant, obwohl die Anzahl Lernender, die nach dem 9. Schuljahr ein Brückenjahr absolvieren, rückläufig ist.»

14 Lernende wussten zum Zeitpunkt der Erhebung allerdings noch nicht, wie es nach dem Brückenjahr weiter geht. Diese Zahl ist höher als in den Jahren zuvor. «Von diesen Jugendlichen hat jedoch die Hälfte in der Zwischenzeit einen Lehrvertrag abgeschlossen.»

Schulabgänger Brückenjahr. (Quelle: Kanton AR)

Schulabgänger Brückenjahr. (Quelle: Kanton AR)

Tiefe Zahlen in Innerrhoden

Und wie sieht die Situation in Innerrhoden aus? In diesem Jahr haben 129 Lernende die Real- oder Sekundarschule abgeschlossen. Hinzu kommen 30 Schülerinnen und Schüler, die das Untergymnasium beenden und nun ins reguläre Gymnasium übertreten. Knapp 160 Abschlüsse sind für Norbert Senn, Leiter des Volksschulamts des Kantons Appenzell Innerrhoden, allerdings eine eher tiefe Zahl. Die Gründe dafür sind demografischer Art. «Die geburtsschwachen Jahrgänge stehen jetzt am Übertritt in die Oberstufe oder sind dort angekommen.» Folglich werde es noch ein paar Jahre dauern, bis die Anzahl der Volksschulabschlüsse wieder ansteigen wird.

Wie viele Lernende nach ihrem Volksschulabschluss eine weiterführende Schule besuchen, eine Berufslehre anfangen oder ein Brückenangebot in Anspruch nehmen, kann Senn derzeit noch nicht sagen. «Es freut uns aber zu hören, dass alle Lernenden eine weiterführende Lösung gefunden haben.»