Volk soll bei der Schule mitreden

St. Gallen In knapp zwei Wochen stimmt St. Gallen darüber ab, ob der Kanton aus dem Harmos-Konkordat austreten soll oder nicht. Für das Komitee «Ausstieg aus Harmos» ist ein Austritt ein «wichtiger Schritt für mehr Mitsprache des Volkes» im Bildungswesen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Drucken
Teilen

St. Gallen In knapp zwei Wochen stimmt St. Gallen darüber ab, ob der Kanton aus dem Harmos-Konkordat austreten soll oder nicht. Für das Komitee «Ausstieg aus Harmos» ist ein Austritt ein «wichtiger Schritt für mehr Mitsprache des Volkes» im Bildungswesen, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Kanton St. Gallen sei ausschliesslich an die Bildungsartikel der Bundesverfassung gebunden. Die dort festgelegte Harmonisierungspflicht habe er bereits vor seinem Beitritt zu Harmos erfüllt. «St. Gallen wird sie auch nach dem Harmos-Austritt erfüllen, so wie das auch die anderen elf Nicht-Harmos-Kantone machen», schreibt das Komitee weiter. Daher bestehe nach wie vor «keinerlei Veranlassung und keine gesetzliche Grundlage» für einen Eingriff des Bundes.

Durch die «Reformwut» in den vergangenen Jahren gebe es zahlreiche Probleme in den Schulen. Das «fragwürdige Unterrichtsverständnis», das der Lehrplan 21 vorgebe, und die umfassende Digitalisierung müssten von den Bürgern diskutiert werden. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich ein «Machtapparat» von Experten herausgebildet, der die Schule zunehmend vom Volk entferne und die Mitbestimmung des Volkes in Schulfragen verhindern möchte. «Wir wollen aber nicht nur Steuern zahlen, sondern auch über unsere Volksschule wieder selber bestimmen können», heisst es in der Mitteilung. Die Frage beispielsweise, ob das Lernen von zwei Fremdsprachen bereits in der Primarschule sinnvoll sei, könne und müsse vom Volk entschieden werden. Voraussetzung dafür sei der Ausstieg aus Harmos. (red.)