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Ein Specht an einem Fettball. (Bild: PD)

Ein Specht an einem Fettball. (Bild: PD)

Interview

Vögeliwohl durch den Winter: So füttern Sie unsere gefiederten Freunde richtig

Das Füttern von Vögeln im Winter ist umstritten. Ein paar Regeln helfen, die Winterfütterung für die Vögel und Beobachter zu einem Erlebnis zu machen.
Silvan Meile und Janine Bollhalder
Andreas Bohren, Vorstandsmitglied des Thurgauer Vogelschutz (Bild: PD)

Andreas Bohren, Vorstandsmitglied des Thurgauer Vogelschutz (Bild: PD)

Andreas Bohren, ist es aus Ihrer Sicht als Vogelkenner notwendig, im Winter die Vögel zu füttern?

Andreas Bohren: Bei diesem Thema gehen selbst unter Fachleuten die Meinungen auseinander. Einige meinen, die Winterfütterung sei völlig unnötig, da es aus biologischer Sicht keinen Sinn hat. Andere meinen, dass die monotone Landschaft kaum mehr Futterquellen bietet und man durch die Winterfütterung den Kleinvögeln im Siedlungsraum das Überleben erleichtert.

Was sind die Vorteile der Winterfütterung?

Während einer längeren Frost- oder Schneeperiode hilft die Fütterung den Tieren zweifellos über den Hunger hinweg. Ausserdem bieten die Futterstellen eine gute Gelegenheit, die Vögel aus der Nähe zu beobachten. Gegen sachgerechtes und massvolles Füttern im Winter kann aus diesen Gründen nichts eingewendet werden.

Wie sieht sachgerechtes und massvolles Füttern aus?

Das Futter sollte frei von Ambrosia-Samen sein (Anm. d. Red. Die Samen sind für Tiere nicht gefährlich, für Menschen aufgrund ihrer hochallergenen Pollen schon.) Die Krankheitsübertragung stellt an Futterstellen die grösste Gefahr dar. Daher sollte man auf Häuschen mit offenen Futterflächen verzichten. Am besten geeignet sind siloartige Konstruktionen, bei denen die Vögel nicht im Futter stehen und es verkoten können. Das Futter sollte auch nicht nass werden. Kot und Körner, die sich mit der Zeit unter dem Futterhaus sammeln, sind regelmässig zu entfernen.

Wann ist der ideale Zeitpunkt, das Futterhäuschen zu platzieren?

Das Häuschen kann schon früh an die geplante Futterstelle gehängt werden: ab Ende Oktober, Anfang November. Die Vögel entdecken so die potenzielle Futterquelle und wissen, wo sie Futter finden werden. Gefüttert werden sollte aber erst, wenn eine längere Frost- oder Schneeperiode angebrochen ist und die Böden gefroren oder schneebedeckt sind. Wichtig ist, das Füttern nicht abrupt zu beenden, sondern täglich kleinere Portionen anzubieten und die Fütterung so allmählich einzustellen.

Das Vogelhaus wird rege von Meisen und Spatzen besucht. (Bild: PD)

Das Vogelhaus wird rege von Meisen und Spatzen besucht. (Bild: PD)

Welche Vögel kommen im Thurgau ans Futterhäuschen?

Aus meinen Beobachtungen sind im Thurgau einige verschiedene Vogelarten häufig am Futterhaus anzutreffen – etwa Sperlinge, Meisen, Finken, Stare, Amseln, Rotkehlchen, Girlitze, Erlenzeisige, Buntspechte, Gimpel, Türkentaube und Wacholderdrosseln. Zugvögel wird man kaum an der Futterstelle sehen.

Welches Futter ist gut für die Vögel?

Coop beispielsweise bietet Produkte an, die mit dem Gütesiegel «von BirdLife Schweiz empfohlen» ausgezeichnet sind, dieses Label steht für naturnahes und qualitativ einwandfreies Futter. Generell sollte aus ökologischer Sicht auf Futtermischungen mit Palmöl und Kokosfett verzichtet werden. Die meisten Vögel fressen gerne Sonnenblumenkerne und Hanfsamen.

Kann man durch ein spezifisches Futterangebot eine gewisse Vogelart speziell anlocken?

Das ist machbar. Spechte beispielsweise werden durch Fettfutter wie etwa Fettstangen oder –kugeln angelockt. Finken, Erlenzeisige und Gimpel sind Körnerfresser und mögen gerne Erdnussbruch, Sonnenblumenkerne sowie energiereiche und ölhaltige Samen wie etwa Mohn. Weichfutterfresser – also Amseln, Drosseln und Rotkehlchen – mögen gerne Äpfel, Rosinen oder Getreideflocken – etwa Haferflocken. Viele Vögel freuen sich auch über Mehlwürmer. Keinesfalls sollte Fleisch ausgelegt werden, um Raubvögel anzulocken. Dies sorgt für grosse Probleme und sollte deswegen den Fachleuten überlassen werden.

Leiden Vögel im Winter Durst?

Während Frost- und Schneeperioden sollte auch Wasser angeboten werden. Die Vögel fressen zwar Schnee, um ihren Durst zu stillen, aber zusätzliche Wasserquellen bieten die Möglichkeit, der Federpflege nachzugehen. Um Krankheitsübertragungen zu vermeiden, sollte das Wasser täglich ersetzt werden und natürlich, wie das Futter, katzensicher platziert werden.

Wie kann ich den Vögeln nebst der Winterfütterung helfen?

Zunehmend gibt es weniger vielfältige und naturnahe Lebensräume. Fehlen diese, verschwinden viele Vogelarten – da hilft dann auch keine Winterfütterung. Besonders, da die Vogelfütterung selten mehr als 10 bis 15 Vogelarten erreicht. Oftmals sind das nicht jene Vögel, die im Mittelpunkt der notwendigen Schutzbemühungen stehen. Das Problem des schwindenden oder gänzlich fehlenden Nahrungsangebotes sollte in seinen Ursachen angegangen werden – mit dem Erhalt oder Schaffen von artenreichen Lebensräumen. Einheimische Pflanzen im Garten etwa locken Tiere an, die man dann beobachten kann – und das nicht nur während der Winterfütterung.

Eine Geschichte aus der Vogelpflegestation Halden

Es war im Pfadilager in Schocherswil vor zwei Jahren. Daran erinnert sich Gabriella Geiger noch gut. In einem Nest in der Nähe hat es Nachwuchs gegeben, zwei Waldohreulen.

Der Lärm und die vielen Pfadis hätten die Elterntiere vertrieben. Zurückgeblieben sind zwei pflegebedürftige Jungtiere, die zum ersten Mal auf eigene Faust ihr Nest verlassen hatten. Ihr Retter in der Not: der Pfadikoch sowie Gabriella und Markus Geiger.

Eine Waldohreule (Bild: PD)

Eine Waldohreule (Bild: PD)

Seit fast 30 Jahren kümmert sich das Ehepaar Geiger um verletzte und elternlose Vögel. Pro Jahr sind das bis zu 80 Tiere. «Mein Mann hat sich schon als Bub für Vögel interessiert. Nach seiner Schreinerlehre hat er die Ausbildung zum Tierpfleger im Zoo Zürich absolviert», sagt Gabriella Geiger. Sie habe schon immer Papageien gehabt und wegen dieser Liebe haben die beiden auch zueinandergefunden.

Ganz so einfach war es für die Vogelfreunde mit den Waldohreulenbabys nicht. Gabriella Geiger erzählt:

«Wenn wir sie füttern wollten, haben sie sich auf den Rücken gelegt und ihre Krallen ausgestreckt – ihre typische Abwehrhaltung.»

Mit einer langen Pinzette sei es gelungen, die Jungtiere mit Küken zu füttern. Die Eulen jemals in die Freiheit zu entlassen, war allerdings unmöglich: «Sie haben nicht gelernt zu jagen.» Die Eulen haben inzwischen im Tierpark Arth Goldau ein neues Zuhause gefunden.

Ein normaler Arbeitstag, aber eine Leistung ohne Lohn

Wenn das Ehepaar Geiger sich um Jungvögel kümmert, beginnt der Tag um 6 Uhr mit der ersten Fütterung.

«Die Jungtiere müssen jede halbe Stunde gefüttert werden.»

Sie erhalten einen angerührten Brei, oftmals mit der Spritze. Nach ungefähr zehn Tagen sind die Jungtiere so weit entwickelt, dass es möglich ist, ihre Art zu erkennen. Es ist auch etwa um diese Zeit, wenn sie selbst zu fressen beginnen. Mehlwürmer oder Hackfleisch.

«Unmittelbar nach dem Fressen koten die Tiere», sagt Gabriella Geiger. Was reinkomme, müsse halt auch wieder raus. Und das sei auch gut so, denn: «Wenn der Vogel nicht kotet, dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sehr krank ist und oftmals sein Todesurteil.» Die letzte Fütterung sei jeweils abends um acht. Ein 14-Stunden-Tag, alles auf gemeinnütziger Basis. «Mein Mann führt hauptberuflich eine Schreinerei», sagt Geiger.

Nebst der Aufzucht kümmert sich das Ehepaar um verletzte Vögel. «Es geschieht oft, dass Vögel in eine Scheibe fliegen und eine Gehirnerschütterung erleiden.» Nach einer gewissen Zeit wachen sie in der Pflegestelle wieder auf und können wegfliegen. Einen gebrochenen Flügel könne man allerdings nicht gipsen, nur die Fleischwunde behandeln:

«Die Wunde wird desinfiziert und mit Bepanthen gesalbt.»

Womit sie besonders gute Erfahrungen gemacht habe, seien Bachblütentropfen. «Die wirken wie ein Aufputschmittel.»

Infekt von der Katze, Bruch des Rückens wegen Stromleitungen

Problematisch sei, wenn ein Vogel durch eine Katze verletzt worden ist. «Diese Vögel bekommen dann einen Infekt, an welchem sie dann innert zwei, drei Tagen sterben.» Manchmal ziehe das Ehepaar auch den Tierarzt zu Rate. «Er untersucht die Vögel kostenlos. Manchmal muss er sie auch einschläfern.» Denn die Rettung der Tiere habe Grenzen, sagt Geiger, auch wenn es manchmal traurig sei:

«Eulen brechen sich oft den Rücken, wenn sie in eine Leitung fliegen. Es ist für uns herzzerreissend, wenn sie einen anschauen, aber gelähmt und überlebensunfähig sind.»

70 bis 80 Prozent aller Patienten überleben jedoch und können wieder in die Freiheit entlassen werden. «Natürlich entwickelt man eine Beziehung zu den Vögeln», sagt Gabriella Geiger, «aber es ist auch ein schönes Gefühl zu wissen, dass die Tiere wieder selbstständig in der Freiheit leben können.»

Allerdings gäbe es zu wenig Leute, die sich um hilfsbedürftige Vögel kümmern. Geiger wünscht sich, dass sich das ändern würde. Einen Beitrag könne man schon damit leisten, wenn man die Vögel während des ganzen Jahres füttert, denn: «Es gibt immer weniger Insekten und damit immer weniger Futter für die Vögel.»

Der Spatz (Bild: PD)

Der Spatz (Bild: PD)

Der gesellige Spatz zeigt sich seltener

Der mutige Spatz hüpft blitzschnell unter den Tisch der Gartenbeiz, um die auf den Boden gefallenen Krümel aufzupicken. Seit jeher fühlt sich der kleine Singvogel im graubraunen Gewand in der Umgebung von Menschen wohl. Das macht den Haussperling zu einem geselligen Zeitgenossen.
Doch in vielen Regionen – auch im Thurgau – tritt er immer seltener auf. Pfeifen die Spatzen bald nichts mehr von den Dächern?
Vor einigen Wochen veröffentlichte das Max-Planck-Institut erschreckende Zahlen. Demnach sind die Bestände des Haussperlings rund um den Bodensee seit dem Jahr 1980 um rund die Hälfte eingebrochen. Auch der Schweizer Vogelschutz Bird-Life beobachtet schon länger einen drastischen Rückgang. 2015 ernannten die Vogelschützer deswegen den Haussperling zum Vogel des Jahres. «Die moderne Bauweise bietet für den Spatz leider kaum noch geeignete Nistplätze», schreibt Bird-Life. Ausserdem finde der Spatz immer weniger Insektennahrung für die Aufzucht seiner Jungen. Die Vogelwarte Sempach spricht von einem «alarmierenden Zeichen», dass sich die Lebensbedingungen selbst für diese «Allerweltsart» derart verschlechterten.
Im Thurgau keimt bei den Vogelschützern aber Hoffnung auf. Durch die kürzlich zu Stande gekommene Biodiversitätsinitiative könnten sich die Bestrebungen, die auch zu einem verbesserten Lebensraum für die Vögel führen, entscheidend intensivieren. Der Haussperling bleibt über den Winter in der Schweiz. Deshalb sind für ihn Futterstellen in Gärten eine willkommene Nahrungsquelle. Sein Ausharren bietet ihm einen Vorteil. Denn wenn im Frühling die anderen Vogelarten, die den Winter im milden Süden verbrachten, von der langen Reise geschwächt hier ankommen, hat sich der Spatz bereits gemütlich eingerichtet. (sme)

Raben und Krähen gehören der gleichen Gattung Raubvögeln an. Die Grösse macht aber den Unterschied: grössere Tiere werden als Raben, kleinere als Krähen bezeichnet. (Bild: PD)

Raben und Krähen gehören der gleichen Gattung Raubvögeln an. Die Grösse macht aber den Unterschied: grössere Tiere werden als Raben, kleinere als Krähen bezeichnet. (Bild: PD)

Im Gespräch mit Raben und Krähen

In der Mythologie werden die Raben oft mit Tod, Hexerei und schwarzer Magie in Verbindung gesetzt. Ihre krächzenden Rufe entsprechen auch nicht unbedingt der Vorstellung von schönem Vogelgesang. Doch eigentlich sind die schwarzen Vögel ausgesprochen klug. Klüger als viele andere Vögel. In Experimenten haben Forscher sogar festgestellt, dass die Fähigkeiten und Kenntnisse von Raben jenen von fünf- bis siebenjährigen Kindern entspricht.
Gabriella Geiger von der Vogelpflegestelle Halden beobachtet die schwarzen Vögel gerne abends: «Ich sehe, wie sich die Vögel auf den Starkstromleitungen, welche wir von unserem Haus aus sehen, versammeln und miteinander kommunizieren.» Die Tiere haben in wissenschaftlichen Experimenten bewiesen, dass sie mit ihren Rufen zwar auf Futterstellen hinweisen, aber mittels gezielter Variationen der Rufe auch Informationen über ihr Alter und Geschlecht preisgeben. So können vorbeifliegende Tiere einschätzen, wie viel Konkurrenz an der Futterstelle vorhanden ist und ob es sich lohnt, zu landen.
Raben verfügen über ein umfangreiches Repertoire an Lauten und passen ihre Stimmlage je nach Beziehung zum angesprochenen Artgenossen an; tiefe und raue Töne für fremde, hohe Töne für bekannte Vögel. Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass die Raben in der Lage sind, ihre Artgenossen im Schwarm genau zu erkennen. Das ist wichtig für sie, denn Unglücksraben rufen bei einem Streit strategisch um Hilfe – vom Partnertier oder Verwandten.
Gabriella Geiger weiss: «Wenn Vögel draussen singen, machen sie das nicht für uns, sondern verteidigen damit ihr Revier.» Wie das Markieren einer Katze. Allerdings störe es eine Vogelart, etwa eine Meise nicht, wenn sich eine andere Art, etwa ein Rotkehlchen, in seinem Revier aufhält.

Ein Storch (Bild: PD)

Ein Storch (Bild: PD)

Der Storch kam mit dem Flugzeug zurück

Der stolze Vogel mit seinem Klapperschnabel und den Stelzenbeinen galt hierzulande einst als ausgestorben. Heute hat er sich auch im Thurgau wieder eingenistet. Und er ist zurückgekommen, um zu bleiben – auch über den Winter. Denn seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass diese Zugvögel im Herbst nicht mehr in den Süden aufbrechen. «Das ist ein unnatürliches Verhalten», sagt Margrith Enggist von der Geschäftsstelle «Storch Schweiz». Neun von zehn Störchen würden mittlerweile ihren genetischen Zugzwang ignorieren. «Einer der Gründe dürfte der Klimawandel sein.»

Seit vier Jahren führen die Storchenfreunde «Winterzählungen» durch, um dieses Phänomen zu dokumentieren. Gefriert der Boden nicht über längere Zeit, haben die Fleischfresser keine ernsthaften Probleme, auch während der kälteren Jahreszeit etwas zu fressen zu finden. Die Storchenexpertin warnt aber davor, die Tiere zu füttern. Die Nahrungssuche sollte den flugfaulen Störchen nicht abgenommen werden. Und übrigens: Jene, die im Herbst doch noch Richtung Süden aufbrechen, fliegen nicht mehr wie früher bis Afrika. «Sie tummeln sich auf Mülldeponien in Spanien, wo sie ihr Fressen finden», sagt Enggist.
Vor rund 70 Jahren verschwand der Storch aus der Schweiz. Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Verbauung von Flüssen und die Mechanisierung der Landwirtschaft dürften die wichtigsten Gründe gewesen sein, weshalb die weiss-schwarzen Zugvögel nicht mehr aus dem Süden zurückkamen. Nur dank einem ehrgeizigen Projekt des Solothurner «Storchenvaters» Max Bloesch, der mit dem Flugzeug Tiere aus Algerien zurückflog, siedelte der Storch hierzulande wieder an. Heute leben im Thurgau wieder rund 60 Tiere. Und alles sieht danach aus, als nehme ihre Population weiter zu. (sme)

Eine Ente (Bild: PD)

Eine Ente (Bild: PD)

Enten haben körperinterne Streusalze

Für Gfrörlis mag es schmerzhaft aussehen, wenn Enten mit ihren nackten Füssen auf Eisflächen herumwatscheln. Die Enten bleiben dabei aber wortwörtlich cool. In ihren Beinen befindet sich nämlich ein sogenanntes Wundernetz, welches nach dem Wärmetauschprinzip funktioniert: Das arterielle Blut strömt vom Körper, der 40 Grad warm ist, in Richtung Füsse. Es fliesst dabei nahe an den Venen dabei, welche das abgekühlte Blut wieder aus den Füssen zum Körper zurücktransportieren. Dadurch wird das arterielle Blut abgekühlt und das venöse gleichzeitig Blut aufgewärmt. Die Ente hat also zwar eiskalte Füsse, aber das ist für die Tiere überlebenswichtig: Hätten die Enten warme Füsse, würden sie auf der Eisfläche festfrieren. Die kalten Füsse ersparen der Ente ausserdem pausenloses Fressen, denn warme Füsse würden zu viel Energie erfordern.Kälter als null Grad Celsius werden die Schwimmhäute der Enten jedoch nie – und selbst wenn diese null Grad Grenze erreicht ist, gefriert das Blut der Enten nicht: Die im Blut der Tiere gelösten Spezialsalze wirken wie Streusalz und senken den Gefrierpunkt des Blutes.
Aber nicht nur die Entenbeinchen und -füsse sind an die Kälte angepasst: Ihr Federkleid schützt vor der eisigen Kälte. Die Luftpolster zwischen diese Federschichten fungieren als Wärmeisolator. Um diesen Effekt noch zu verstärken, können sich die Vögel aufplustern. Die Enten fetten ihre Federn auch ein. Dazu haben sie eine spezielle Fettdrüse, die Bürzeldrüse. Durch das Fett werden die Federn wasserabweisend - selbst wenn die Enten im kalten Wasser herumschwimmen. Das tun sie vorzugsweise mit vielen anderen, da die Schwimmbewegungen dafür sorgen, dass das Wasser nicht zufriert. Aber es gibt auch unter den Enten Gfrörlis. Sie überwintern dann in südlichen Regionen.

Eine Bekassine (Bild: PD)

Eine Bekassine (Bild: PD)


Die Bekassine kommt nur noch im Winter zu Besuch

Die Bekassine ist schwierig zu fotografieren. Nicht nur, weil sie sehr gut getarnt in ihrem Versteck lebt. Die taucht vor allem kaum mehr auf, weil sie stark bedroht ist. Seit ihr Lebensraum in Mooren und Feuchtwiesen verschwunden sind, findet dieser Vogel hierzulande kaum noch Brutgebiete. Ausserdem zählt sie zu den Bodenbrütern, was sie anfällig für viele Gefahren macht. Zu natürlichen Feinden zählen etwa Wildschweine, aber auch Füchse, Dachse oder Raben. Die Bekassine reagiert auch empfindlich auf Störungen durch Menschen und Hunde.
Rund um den Bodensee können Vogelbeobachter mit etwas Glück dieses Tier doch noch vor die Linse bekommen. Denn die Bekassinen, die im Norden brüten, kommen noch zur Rast während des Winters ans Bodenseeufer. Das macht die Schnepfe zu einer seltenen Besucherin im Thurgau.
Mit ihrem rund fünf Zentimeter langen, mit hochempfindlichen Sensoren ausgestatten Schnabel stochert sie im Boden und spürt ihre Nahrung auf. Dazu gehören etwa Regenwürmer und Kleintiere. Noch vor einigen Jahrzehnten war die Bekassine hierzulande noch in grosser Zahl heimisch, bis die Feuchtgebiete immer mehr verschwanden.
Besonders auffallend ist der charakteristische Balzflugs. Rasant schlägt sich das Männchen mit seinen Flügeln in die Höhe, um dann plötzlich zu einem spektakulären Sturzflug anzusetzen. Dabei presst sich Luft durch die Federn, was diese in Schwingungen versetzt und ein Geräusch erzeugt, das wie ein Meckern klingt und auch als solches bezeichnet wird. Dieses Geräusch brachte der Bekassine den Übernamen «Himmelsziege» ein. «Leider kann man dieses Verhalten in der Schweiz nur noch sehr selten beobachten: Zu wenige Paare balzen oder brüten hier», heisst es bei Pro Natura.

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