Virus verhindert Prozess

Ein 25-Jähriger hätte sich wegen Raubüberfällen vor Gericht verantworten müssen. Weil sein Verteidiger die Grippe hatte, wurde der Prozess verschoben.

Christiane Eckert
Drucken
Teilen

FELDKIRCH. Am Landesgericht Feldkirch hätte gestern der Prozess gegen jenen 25jährigen Mann starten sollen, der im Juni 2013 über den Pfänderhang floh und die Polizei 135 Tage in Schach hielt. Während dieser Zeit soll der Mann laut Anklage weitere Raubüberfälle und einen Einbruch sowie weitere Delikte begangen haben.

Bewaffneter Raub

Am 31. Oktober 2013 soll er eine Spar-Filiale auf Schweizer Seite in Wildhaus überfallen, am 4. November gleichen Jahres einen weiteren bewaffneten Raub im Kanton St. Gallen auf die Postfiliale in Haag begangen haben. Schliesslich beging er am 6. November einen Raub auf die Volksbank im bayrischen Opfenbach. Gestern um 13 Uhr hätte der Prozess beginnen sollen. Doch nun hat die Grippe, die derzeit viele Menschen lahm legt, dazwischengefunkt. Der Verteidiger muss mit 39 Grad Fieber das Bett hüten und kann die Causa, bei der es um maximal 20 Jahre Haft geht, nicht vertreten. So kurzfristig kann auch niemand anderes den komplexen Fall übernehmen.

Auch Mutter angeklagt

Mit dem 25jährigen Angeklagten steht auch dessen Mutter vor Gericht, ihr geht es allerdings um falsche Beweisaussage. Sie soll versucht haben, ihren Sohn durch falsche Alibis zu schützen. Das ist nicht das erste Mal, dass die Frau wegen ihres Sohnes Probleme mit der Justiz hat. Wann in Sachen Raub verhandelt wird, ist noch offen, es wurde kein Ersatztermin festgelegt. Probleme gibt es offenbar auch mit mehreren Schweizer Zeuginnen, die angeblich nicht kommen wollen – und die als Schweizer Staatsangehörige auch nicht kommen müssen.

Angeklagter bestreitet Überfälle

Ebenso wacklig ist die Einvernahme des angeblichen Komplizen der in Uznach in Haft sitzt. Videokonferenzen sind an und für sich gängig, mit der Schweiz scheint es allerdings immer wieder Probleme zu geben. Der «Pfänderhangausreisser», der sich mit seinem Anwalt gewissenhaft auf den Prozess vorbereitet hat und der nach wie vor alle drei Raubüberfälle bestreitet, muss sich jedenfalls weiterhin gedulden. Und auch seine Mutter musste gestern vorerst nicht vor Gericht.