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Vincenz und Egger jagen Würth im zweiten Wahlgang – noch ist Potenzial vorhanden

Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang der St.Galler Ständeratswahl ist geklärt:
Mike Egger und Susanne Vincenz-Stauffacher wollen Benedikt Würth noch abfangen.
Regula Weik
Benedikt Würth holte im ersten Wahlgang am meisten Stimmen. (Bilder:Michel Canonica)

Benedikt Würth holte im ersten Wahlgang am meisten Stimmen. (Bilder:Michel Canonica)

Erika Forster-Vannini, Karin Keller-Sutter – und bald Susanne Vincenz-Stauffacher? Die St. Galler Freisinnigen hatten von Beginn weg klargemacht, dass sie den freien St. Galler Ständeratssitz verteidigen wollen – mit einer Frau, mit Susanne Vincenz. Gestern haben sie dies bestätigt: Sie setzen auch im zweiten Wahlgang auf die Abtwiler Rechtsanwältin und Kantonsrätin. Ein überraschungsfreier, aber konsequenter Entscheid.

Der freie Sitz sei ihr Sitz, postulierte die Partei. Herausforderer seien nicht die Freisinnigen, sondern die Christlichdemokraten – deren Kandidat Benedikt Würth von Beginn weg als Favorit gehandelt wurde. Der St.Galler Regierungsrat und Finanzchef wurde seiner Rolle gerecht; er schwang am Sonntag obenauf. Er holte im ersten Wahlgang mit Abstand am meisten Stimmen – 12'500 mehr als Vincenz. Sie erzielte 25'000 Stimmen – «aus dem Stand», wie die FDP betont.

Susanne Vincez-Stauffacher

Susanne Vincez-Stauffacher

«60'230 wählten Würth nicht»

Die Meinungen darüber, ob das Resultat von Vincenz nun gut oder schlecht war, gehen auseinander. Für ihre Partei ist die Antwort klar: «Ein Topresultat, das verpflichtet.» Die Medien bezeichneten Würth als Favoriten – «Fakt ist: 60230 Menschen, die an die Urne gingen, haben ihn nicht gewählt», sagt Raphael Frei, Präsident der St. Galler FDP und Kantonsrat. «Unser Potenzial liegt in der höheren Wahlbeteiligung.» Auch das sehen nicht alle so. Der St. Galler Politikwissenschafter Silvano Moeckli etwa glaubt, SVP-Kandidat Mike Egger könnte am ehesten davon profitieren. ­Einig sind sich die beiden:

Mike Egger

Mike Egger

Am 19. Mai wird es einige 10000 Stimmen mehr zu verteilen geben; die beiden eidgenössischen Vorlagen, Steuervorlage und AHV-Finanzierung sowie Waffenrecht, dürften zahlreiche Stimmende an die Urne locken.

Mit zusätzlichen Wählerinnen und Wählern rechnet im Mai auch die SVP. Sie hat gestern ebenfalls bekanntgegeben, dass sie wieder dabei ist – mit ihrem bisherigen Kandidaten Mike Egger. Die Parteileitung habe das Ergebnis des ersten Wahlgangs analysiert und dabei festgestellt, dass «noch viel Potenzial vorhanden ist».

Dem ist unbestritten so: Egger blieb mit 19,5 Prozent Wähleranteil im ersten Wahlgang deutlich unter jenem seiner Partei; die SVP kommt im Kanton St. Gallen auf knapp 36 Prozent. Egger selber erklärte sein Resultat mit der tiefen Wahlbeteiligung von 31 Prozent.

Ist jung ein Handicap für den Ständerat?

Nachdem Egger im Wahlkampf bewusst auf Büezer und jung gesetzt hatte, meinte er nach dem Wahlsonntag: Jungsein sei wohl kein Vorteil, wenn es um den Ständerat gehe. Zu viele Wähler erwarteten da wohl ältere, erfahrene, hochgediente Kandidaten. Doch genau dieses Bild des Stöckli wolle er aufbrechen; der Ständerat bilde heute nämlich keinesfalls die Gesellschaft ab. Seine Partei lässt keine Zweifel aufkommen, dass der Nationalrat ihr richtiger Mann ist:

«Er ist der einzige Kandidat, der sich politisch klar positioniert und für eine echte bürgerliche Politik einsteht.»

Egger glaubt, auch «werbetechnisch» das Potenzial noch nicht ausgeschöpft zu haben. Er werde in den nächsten Wochen «die eine oder andere Aktion lancieren» und so oft wie möglich «bi de Lüt si». Die FDP verlegt das Schwergewicht ihrer Kampagne in die Gemeinden. «Mit ­kleinen, aber feinen Veranstaltungen», will auch Vincenz den direkten Kontakt mit der Bevölkerung pflegen.

Für die CVP und Würth war bereits am Sonntagabend klar: Sie treten am 19. Mai wieder an. Seit gestern steht nun fest: Egger, Vinzenz und Würth werden den zweiten St. Galler Ständeratssitz unter sich ausmachen – unabhängig davon, ob sich in den nächsten Tagen noch weitere Kandidatinnen und Kandidaten dazugesellen; sie dürften chancenlos sein. Die Meldefrist für Interessierte läuft noch bis Montag.

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