Viertelmillion für «Futura»

Für die Reform der Stadtverwaltung beantragt der Stadtrat beim Parlament insgesamt 276 000 Franken. 190 000 Franken sollen als Nachtragskredit gesprochen werden. Ein Teil davon kam irrtümlicherweise nicht ins Budget.

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Die Stadtverwaltung soll dank des Reformprojekts «Futura» effizienter und günstiger werden. Dafür beantragt der Stadtrat 276 000 Franken. (Bild: Urs Jaudas)

Die Stadtverwaltung soll dank des Reformprojekts «Futura» effizienter und günstiger werden. Dafür beantragt der Stadtrat 276 000 Franken. (Bild: Urs Jaudas)

Im Projekt «Futura» will der Stadtrat die Verwaltung reformieren. Sie soll schlankere Strukturen und optimierte Prozesse erhalten und dadurch effizienter und günstiger werden (siehe Zweittext). Nun legt der Stadtrat offen, wie viel Geld diese Reform verschlingen soll: Für das Projekt «Futura» beantragt er beim Stadtparlament einen Verpflichtungskredit von 276 000 Franken, inklusive einer Reserve von 25 000 Franken. Davon sollen 190 000 Franken als Nachtragskredit für das Jahr 2014 erteilt werden.

Zwischen Stühlen und Bänken

Maximal 140 000 Franken entfallen auf die St. Galler Unternehmensberatungsfirma BSG, die der Stadt als «Sparringpartner» zur Verfügung steht und das Projekt methodisch begleiten soll. Im Rahmen seiner Kreditkompetenz habe der Stadtrat hierfür im vergangenen Jahr den entsprechenden Kredit gesprochen, davon bereits für 2013 einen Nachtragskredit von 30 000 Franken.

«Irrtümlicherweise wurde für 2014 im Budget kein Kredit eingestellt», heisst es dann aber in der Vorlage. Auf Anfrage bestätigt Stadtpräsident Thomas Scheitlin, dass der Stadtrat dieses Geld auf Antrag der Projektleitung zwar gesprochen habe, der Kredit bei der Budgetierung aber «zwischen Stühle und Bänke gefallen» sei.

Von der Stadt an die HSG

Weitere 111 000 Franken entfallen auf das Teilprojekt «Prozesse». Für dieses war bis anhin Nadja Germann, Leiterin Weiterbildung im Personalamt, verantwortlich. Für sie habe sich jedoch überraschend die Chance einer neuen Aufgabe an der Universität St. Gallen ergeben, schreibt der Stadtrat. Mit dem Ausscheiden von Nadja Germann entstehe für das Projekt «Futura» eine völlig neue Ausgangslage. Dank ihres beruflichen Backgrounds und der engen Vertrautheit mit den Strukturen der Stadtverwaltung komme ihr eine projektentscheidende Rolle zu. Die Universität St. Gallen habe sich einverstanden erklärt, dass Nadja Germann «Futura» im geplanten Umfang im Jahr 2014 weiter betreuen kann.

«Futura» sei nicht zuletzt eine «Weiterbildungsoffensive», da das Kader flächendeckend in Prozessmanagement geschult werde, schreibt der Stadtrat weiter. Nadja Germann habe die Prozessschulung innerhalb des städtischen Weiterbildungsprogramms aufgebaut. Dieses Wissen werde sie im Verlauf des Jahres auf das Kader der Stadtverwaltung übertragen und es damit nachhaltig in der Organisation verankern. Der Aufwand von Nadja Germann im Umfang von geschätzten 57 Tagen und jeweils 10 Stunden sei aus diesen Gründen für den Erfolg des Projekts unabdingbar.

Aus intern wird extern

«Kreditrechtlich wird aber damit aus einem internen ein externes Projekt», schreibt der Stadtrat. Anstelle von Personalkosten würden nun Drittkosten anfallen, welche insgesamt oberhalb der Budgetkompetenz des Stadtrats liegen.

Bei dieser Sachlage beantrage der Stadtrat dem Parlament den gesamten Kredit für das Projekt, also auch für jenen Teil, für den er bereits einen Verpflichtungskredit beziehungsweise einen Nachtragskredit gesprochen hat.

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