Viermal weniger Fische

In den 60er-Jahren ging es dem Bodensee dreckig, er war überdüngt und voller Algen. Das Abwasser des wirtschaftlichen Aufschwungs floss in Strömen ungefiltert in den See. Die Politik musste reagierten, auch auf Drängen der Fischer.

Drucken
Teilen

In den 60er-Jahren ging es dem Bodensee dreckig, er war überdüngt und voller Algen. Das Abwasser des wirtschaftlichen Aufschwungs floss in Strömen ungefiltert in den See. Die Politik musste reagierten, auch auf Drängen der Fischer.

Mit dem Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen, dem Verbot von Phosphat in Textilwaschmitteln und der Ökologisierung der Landwirtschaft wurde der Phosphorgehalt – ein wichtiger Verschmutzungsindikator – von damaligen 80 auf aktuell 6 Mikrogramm pro Liter gesenkt. Damit ist der See heute in Bezug auf Phosphor nahe an seinem nährstoffarmen Urzustand. Das freut nicht nur die Badegäste, sondern auch mehr als vier Millionen Menschen, die den Bodensee als Trinkwasserspeicher anzapfen.

Doch durch die verbesserte Wasserqualität bewegt sich auch das Nahrungsangebot der Fische und damit ihr Bestand auf den einstigen Stand zurück. Während die Berufsfischer aufgrund des hohen Phosphorgehalts in den 70er-Jahren als Spitzenwert pro Jahr 1900 Tonnen Fisch aus dem See zogen, lag ihr Gesamtertrag im Jahr 2013 gerade noch bei 465 Tonnen. (sme.)