Vier Überfälle in vier Tagen

Ein 34jähriger Mann wurde am Sonntagabend von zwei Unbekannten niedergeschlagen und ausgeraubt. Seit Donnerstag ist dies bereits der vierte Raubüberfall in der Stadt St. Gallen.

Noemi Heule
Drucken

ST. GALLEN. Das vierte Opfer war am Sonntagabend auf der St. Leonhard-Strasse unterwegs, als sich die Täter von hinten näherten. Unvermittelt schlugen die beiden unbekannten Männer den 34-Jährigen ins Gesicht und stiessen ihn um.

Als das Opfer bereits am Boden lag, traten sie mit den Füssen auf ihn ein. Trotzdem gelang es dem Mann aufzustehen, worauf er erneut zu Boden geworfen und weiter geschlagen wurde. Die beiden Unbekannten forderten sodann das Portemonnaie. Mit mehreren hundert Franken Bargeld flüchteten sie schliesslich in Richtung Lagerstrasse. Die ausgerückte Patrouille der Stadtpolizei brachte das verletzte Opfer ins Spital.

Mit Messern und Körpergewalt

Seit Donnerstag spielte sich in der Stadt St. Gallen täglich ein Überfall ab. Am frühen Donnerstagmorgen wurde ein 18-Jähriger im Bus in Richtung Riethüsli von vier Jugendlichen ebenfalls ins Gesicht geschlagen und anschliessend ausgeraubt. Einen Tag später bedrohte ein unbekannter Mann in Begleitung von drei Mittätern einen 15-Jährigen auf der Museumsstrasse mit einem Messer. Die Täter konnten mit wenig Bargeld flüchten.

Zwei Haupttäter verhaftet

Am Samstagabend dasselbe Szenario in St. Georgen: Vier Männer verfolgten einen 14-Jährigen vom Hauptbahnhof in Richtung St. Georgen-Strasse. Dort bedrohten sie den Jugendlichen mit einem Messer, forderten die Herausgabe des Portemonnaies und ergriffen anschliessend die Flucht.

«Wegen vier Raubüberfällen können wir noch nicht von einer Häufung sprechen», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Nichtsdestotrotz liefen die Ermittlungen auf Hochtouren. Immerhin: Ein Teilerfolg konnte bereits verbucht werden. Die Haupttäter des morgendlichen Überfalls im Riethüsli-Bus, ein 14jähriger Grieche und ein 15jähriger Eritreer, konnten am Freitagnachmittag festgenommen werden. Dies teilte die Kantonspolizei gestern mit.

Ob es sich bei den verbleibenden drei Überfällen um die gleichen Täter handelt, kann die Polizei derzeit nicht abschliessend beantworten: «Da die beiden bewaffneten Männer nach dem gleichen Muster vorgingen, gehen wir davon aus, dass dort die gleichen Täter am Werk waren», sagt Rezzoli. Zudem stimmten die Angaben über Alter und Grösse der Täter überein. Das brutale Vorgehen am Sonntagabend könnte jedoch auf weitere Täter hinweisen. Auch Nachahmungstäter schliesst der Polizeisprecher nicht aus. «Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen.»

Polizei erhöht Präsenz

Rezzoli hält die Bevölkerung derweil dazu an, sich bei einem Überfall ruhig zu verhalten, sich nicht zur Wehr zu setzen und das Portemonnaie herauszugeben. Fühle sich jemand verfolgt, soll er die Nähe zu anderen Personen suchen, auf sich aufmerksam machen und die Polizei rufen, ergänzt Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei. Diese will in den nächsten Tagen die Präsenz in der Innenstadt durch zusätzliche Fusspatrouillen erhöhen.

Aktuelle Nachrichten