Vier Lehrer haben Hausarrest wegen Masern

Drucken
Teilen

Gesundheit Die St. Galler Kantonsärztin Danuta Reinholz bestätigte vergangene Woche, dass im Kanton St. Gallen eine Lehrerin am Masern erkrankt sei. Um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, müssten vier Erwachsene und drei Schulkinder während 21 Tagen – der Dauer der Inkubationszeit – zu Hause bleiben. Bei den vier Erwachsenen handle es sich um Lehrkräfte, erklärt die Kantonsärztin auf Nachfrage. Sie alle hätten Verständnis für die Situation gezeigt. Es mussten keine Verfügungen ausgesprochen werden. Nach dem Epidemiegesetz könnte das Gesundheitsdepartement die Isolation von möglicherweise angesteckten Personen auch mit einer Verfügung durchsetzen. Dies sei aber nur sehr selten notwendig, stellt Danuta Reinholz klar. Es handle sich dabei um eine massive Massnahme. Sie werde nur bei Krankheiten angewendet, für deren Bekämpfung es einen nationalen Konsens gebe. Nach dem Bekanntwerden des Masernfalls im Kanton St. Gallen sei abgeklärt worden, welche weiteren Personen davon betroffen sein könnten. Die Krankheit ist bereits einige Tage vor Ausbruch ansteckend. Übertragen wird sie über eine Tröpfcheninfektion. Es braucht deshalb einen nahen Kontakt.

Massnahmen je nach Beruf der Betroffenen

Die möglicherweise angesteckten Personen werden danach auf Antikörper untersucht, falls sie nicht mehr sicher sind, ob sie ­bereits geimpft wurden oder die Masern schon durchgemacht haben. Wenn sich zeigt, dass sie die Krankheit weiterverbreiten könnten, wird über die notwendigen Massnahmen entschieden. Dabei spiele auch der Beruf eine Rolle, erklärt die Kantonsärztin. Lastwagenfahrer oder Monteure, die alleine arbeiteten, müssten vielleicht nicht zu Hause bleiben, weil sie kaum Kontakt zu anderen hätten. Strikt sei man aber bei Personen, die in Bildungs- oder Gesundheitsberufen tätig seien. Wie die Zeit zu Hause organisiert werde, sei dann Sache der Betroffenen. Das müssten sie mit den Arbeitgebern klären. (sda)

Aktuelle Nachrichten