Vier Jahre Haft für pädophilen Götti

FELDKIRCH. Der Bub war zwölf Jahre alt, als ihn sein Oberländer Götti über ein Jahr hinweg missbrauchte. Der Vorarlberger nahm den Penis des Kindes in den Mund und onanierte auch. Insgesamt waren es fünf bis sieben Übergriffe.

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FELDKIRCH. Der Bub war zwölf Jahre alt, als ihn sein Oberländer Götti über ein Jahr hinweg missbrauchte. Der Vorarlberger nahm den Penis des Kindes in den Mund und onanierte auch. Insgesamt waren es fünf bis sieben Übergriffe. Was den Tatbestand des «Schweren sexuellen Missbrauchs eines Unmündigen» betrifft, sieht der Gesetzgeber dafür einen Strafrahmen von fünf bis 15 Jahren vor. Im vorliegenden Fall lautet das Urteil des Landesgerichts Feldkirch auf vier Jahre unbedingter Haft.

Äusserlich schien es zunächst so, als hätten die Vorfälle, bei denen keine Gewalt im Spiel war, kaum Spuren hinterlassen. Der Junge kam weiterhin zu seinem Götti zu Besuch. Der Täter hat selbst einen Buben, die Kinder spielten miteinander. Doch dann zeigte sich, welche extremen Folgen die Taten nach sich zogen. Das missbrauchte Kind, das versucht hatte, die Folgen herunterzuspielen, unternahm einen Selbstmordversuch.

Kaum verkraftet

Die Mutter des Buben hatte selbst Probleme, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Der Vater hingegen schätzte wiederum die Situation seines Kindes falsch ein und glaubte, der Bub sei auf dem Weg der Besserung. Nur der Psychiater spürte, dass es dem Buben absolut schlecht ging. Das Kind versuchte immer wieder, die Folgen herunterzuspielen. Die Familienbande und die Angst, diese zu zerstören, waren so stark, dass der Teenager keinerlei Abwehrmassnahmen parat hatte und dabei beinahe zu Grunde ging.

Auf Nachfrage des Berufsrichters an der gestrigen Gerichtsverhandlung, ob es nicht ungewöhnlich sei, dass der Junge weiterhin seinen Peiniger besuchte, antwortete der Gerichtspsychiater: «Das ist geradezu der Klassiker, dass Opfer bei ihren Peinigern bleiben.» Dabei sei der Druck, dass ja nichts nach aussen dringen dürfe, enorm hoch.

Eine besondere Situation

Was die psychischen Folgen betrifft, sind diese in diesem Ausnahmefall extrem schwer, weshalb das Gericht ein Teilschmerzensgeld von knapp 40 000 Euro zugesprochen hat. Auch was künftig noch an Zahlungen kommen wird, erkannte der Angeklagte an.

«Auch die Verantwortung, die der Beschuldigte zeigte, ist eine Ausnahme», begründete der Richter die Unterschreitung der Mindeststrafe von fünf Jahren. «Ich erlebe pro Jahr höchstens ein Mal, dass ein Sexualstraftäter geständig ist. Normal steht es Aussage gegen Aussage. Für dieses reumütige Geständnis schulden wir dem Täter Respekt», sagte der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (ec)

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