Vier Jahre Haft für Kokainhändler

Seine Kumpel logen, dass sich die Balken bogen, doch an einer Haftstrafe führte kein Weg vorbei: In Feldkirch musste sich gestern ein 37jähriger Türke verantworten, der in grossem Stil Drogen aus Holland und der Türkei importiert hatte.

Christiane Eckert
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FELDKIRCH. «Es schlägt dem Fass den Boden aus, wie in diesem Verfahren gelogen wurde», plädiert der Staatsanwalt für eine angemessene Strafe. Angeklagt ist ein 37jähriger Türke. Sechs Vorstrafen hat der Mann bereits. Dieses Mal geht es um gross angelegte Kokaingeschäfte. Illegale Importe aus Holland, der Türkei und auch aus der Schweiz.

Zum Teil «liess» der Mann den Stoff nach Vorarlberg bringen, zum Teil hielt er selbst die Fäden in der Hand. Er bekennt sich nur zu kleinen Schmuggelfahrten aus Rorschach mit Mengen unter 100 Gramm.

Der Senat sieht die Sache doch anders und bemisst die Strafe, die noch nicht rechtskräftig ist, mit vier Jahren unbedingter Haft.

Mengen reduziert

Die Anklage ging von drei Kilo Kokain aus, die von Holland her geschmuggelt wurden. Sicher ist sich der Senat jedenfalls bei 1,4 Kilogramm. Kollegen des Beschuldigten hatten Päckchen mit Klebeband gesehen, Verkaufsgespräche mitgehört und Geldübergaben beobachtet. Sogar Geld gezählt hat ein Zeuge.

Vor Gericht liessen sich die Zeugen jedoch bitten. Alle wollen bei der Polizei unter Druck gestanden haben. Bei den meisten gibt es Erinnerungslücken, und immer wieder seien es angeblich Polizeibeamte gewesen, die ihnen Aussagen in den Mund gelegt hätten. Da hilft selbst der Hinweis, dass falsche Zeugenaussagen strafbar sind, nichts. Ein Zeuge muss mittels Beugestrafe zu einer Aussage gezwungen werden. Was den Schmuggel aus der Türkei betrifft, wurden Telefone überwacht. Immer wieder ist von Drogengeschäften die Rede.

Zwar werden die Botschaften verschlüsselt, doch die Ermittler kennen die Tarnungen bereits. Ihnen ist sehr wohl klar, um was es hier geht. 40 000 Euro wurden als Bezahlung bereitgehalten. Lieferschwierigkeiten lassen den «Türkei-Schmuggel» im Ausmass von einem Kilo beim Versuch bleiben. Über ein Kilo Kokain wurde im Ländle weitergegeben.

Dass der 37jährige Angeklagte in Drogengeschäfte involviert war, beweist denn auch der Fund von zwei Kokainpressen.

Lügen haben Folgen

Die Zeugen, die vor Gericht gelogen haben, müssen mit einem Strafverfahren rechnen. In eindeutiger Weise belasteten sie bislang den Angeklagten. Einer sah sogar den holländischen Kurier. Vor Gericht kennt der Zeuge weder seinen Namen, noch will er etwas Konkretes beobachtet haben. Neben den Grossmengen wurden auch in der Schweiz insgesamt rund 460 Gramm Kokain eingekauft.

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