Vier Jahre Haft für das Fälschen eines Testaments

ST. GALLEN. Das Kreisgericht St. Gallen hat einen privaten Beistand zu vier Jahren Haft verurteilt. Es sieht es als erwiesen an, dass der Mann das Testament einer Mandantin zu seinen Gunsten gefälscht hat. Der Beschuldigte verneint die Tat.

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ST. GALLEN. Das Kreisgericht St. Gallen hat einen privaten Beistand zu vier Jahren Haft verurteilt. Es sieht es als erwiesen an, dass der Mann das Testament einer Mandantin zu seinen Gunsten gefälscht hat. Der Beschuldigte verneint die Tat.

Mehrfache qualifizierte Veruntreuung, Betrug, Urkundenfälschung und Erschleichung einer Falschbeurkundung lauten die Schuldsprüche für den knapp 60jährigen deutschen Staatsbürger. Als Sanktion für seine Taten sieht das Kreisgericht St. Gallen eine Freiheitsstrafe von vier Jahren als gerechtfertigt an.

Eine Million Franken geerbt

Der deutsche Staatsbürger war über mehrere Monate der private Beistand einer 1921 geborenen Frau. Er war ab Ende August 2013 von der Kesb Region St. Gallen eingesetzt. Als die Frau im Februar 2014 starb, überbrachte der Beschuldigte dem Amtsnotariat in St. Gallen ein Testament. Darin vermachte die Frau ihm sein ganzes Vermögen von knapp einer Million Franken. Der Beschuldigte liess das Geld auf sein Konto überweisen, bezahlte die Erbschaftssteuern und kaufte sich unter anderem einen Mercedes und ein Motorboot.

Erst nachdem das Amtsnotariat dem Beschuldigten eine Erbbescheinigung ausgestellt hatte, kam der Verdacht auf, dass das Testament gefälscht sein könnte. Die Anklage warf ihm vor, er habe es mit zittriger Hand selber verfasst und die Unterschrift der Frau gefälscht.

Vorwürfe bestritten

An der Gerichtsverhandlung vom vergangenen Donnerstag hatte der Beschuldigte die Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Die betagte Frau habe deutlich und immer wieder den Willen geäussert, ihn als Alleinerben einzusetzen.

Das Urteil des Kreisgerichts St. Gallen ist noch nicht rechtskräftig. (cis)