Viel mehr Einbrüche in Ausserrhoden

Doppelt so viele Einbrüche, drei Tote durch Verkehrsunfälle und mehr Straftaten: Die gestern präsentierte Ausserrhoder Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik hat es in sich.

Timo Züst
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Doppelt so viele Einbrüche wie noch 2011 verzeichnete die Ausserrhoder Kantonspolizei im vergangenen Jahr. (Bild: Urs Bucher)

Doppelt so viele Einbrüche wie noch 2011 verzeichnete die Ausserrhoder Kantonspolizei im vergangenen Jahr. (Bild: Urs Bucher)

HERISAU. «Während der Abwesenheit der Bewohner wurde in Wolfhalden in ein Einfamilienhaus eingebrochen.» Die Häufigkeit, mit der im Laufe des vergangenen Jahres über ähnliche Fälle in Appenzell Ausserrhoden berichtet wurde, liess erahnen, dass die Ausserrhoder Kriminalstatistik wohl beeindruckende Zahlen vorzuweisen hat. Den gestern im Zeughaus Herisau vorgelegten Werten wird durch diese Annahme aber nur wenig ihrer Wucht genommen.

Die Ausserrhoder Kantonspolizei verzeichnet bei den Einbruchdiebstählen einen Anstieg um 115 Prozent. Waren es 2011 noch «paradiesische», wie sich Kriminalpolizeichef Philipp Koch ausdrückte, 66 Fälle, wurden im vergangenen Jahr 142 Delikte registriert. Im Vergleich dazu geradezu gering ist der Anstieg um 27 Prozent auf 3188 (2011: 2509) bei den gesamthaft erfassten Straftaten, die sich auf 1845 Fälle verteilen. Zudem: Die sogenannte Kriminalitätsbelastung liegt mit 53 Delikten (2011: 39,9) pro 1000 Einwohner noch immer massiv unter dem nationalen Schnitt von 78,9.

Kontrollen verstärken

Die Kantonspolizei Ausserrhoden will nach Aussage von Philipp Koch im kommenden Jahr ihre Kontrollen verstärken, um Einbrecher abzuschrecken. «Wir werden die Personen-, Verkehrs- und fahrenden Kontrollen deutlich forcieren», so der Chef der Kriminalpolizei. Auch die Information der Bevölkerung soll vorangetrieben werden. Die Polizei hofft auf viel Arbeit für den kantonalen Sicherheitsberater.

Zunahme um 11 Prozent

Vor einem Jahr hatte der massive Rückgang um 34 Prozent bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einem medialen Interesse geführt. 2012 nahmen diese wieder um 11 Prozent zu. Zudem wurden auch mehr Delikte nach Schweizerischem Strafgesetzbuch verzeichnet, die Zunahme beträgt 34 Prozent. Dabei wurden im Ausserrhoder Vorderland deutlich mehr Straftaten registriert. Philipp Koch sagte, dass dies an einer Praxisänderung des dort beheimateten Betreibungsamtes läge. Neu behandle die Ausserrhoder Kantonspolizei viele Anzeigen im Zusammenhang mit Betreibungs- und Konkursverfahren.

«Besser organisierte Banden»

Vor einem Jahr, sagte Philipp Koch, sei die niedrige Anzahl der Einbruchdiebstähle noch mit der Entfernung Ausserrhodens zur Autobahn begründet worden. Diese Distanz scheint Einbrecher nun nicht mehr abzuschrecken. «Ausländische Banden kennen die Schweiz mittlerweile und können sich besser organisieren. Das hat zur Folge, dass sie auch in abgelegeneren Regionen tätig werden», sagt er.

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