Verwaltungsgericht urteilt: Kanton St.Gallen diskriminiert Kindergartenlehrpersonen

Mit dem Urteil vom 18. Mai 2020 hat das Verwaltungsgericht St.Gallen festgestellt, dass der Kanton St.Gallen die Kindergartenlehrpersonen diskriminiert, indem er keine differenzierte Regelung bzw. Entlohnung der Pausenaufsicht vorsieht. Das Verwaltungsgericht bestätigt damit den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 9. Mai 2019.

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Das Verwaltungsgericht des Kantons St.Gallen hat mit einem Urteil vom 18. Mai festgestellt, dass der Kanton Kindergartenlehrpersonen diskriminiert.

Das Verwaltungsgericht des Kantons St.Gallen hat mit einem Urteil vom 18. Mai festgestellt, dass der Kanton Kindergartenlehrpersonen diskriminiert.

¨Bild: Keystone

(pd/bro) Am 8. Juli 2017 hat der Kantonale Lehrerinnen- und Lehrerverband St.Gallen (KLV) eine Verbandsklage nach dem Gleichstellungsgesetz gegen den Kanton St.Gallen anhängig gemacht. Gestützt auf Umfragen in den Jahren 2015 und 2017 konnte der KLV glaubhaft machen, dass rund die Hälfte der Kindergartenlehrpersonen fünf Pausenaufsichten pro Woche leisten und ein weiterer grosser Anteil drei bis vier Pausenaufsichten pro Woche wahrnehmen. Diese übermässige Belastung führt dazu, dass die Kindergartenlehrpersonen zu wenig bezahlte Arbeitszeit für ihre übrigen Aufgaben zur Verfügung haben, schreibt der KLV am Pfingstwochenende in einem Communiqué.

Verwaltungsgericht erachtet Diskriminierung als glaubhaft

Faktisch leisteten die Kindergartenlehrpersonen deshalb einen Teil der Pausenaufsicht unentgeltlich. Weiter heisst es:

«Im Vergleich zu den Oberstufenlehrpersonen erachteten sowohl die Verwaltungsrekurskommission wie auch das Verwaltungsgericht eine Diskriminierung als glaubhaft.»

Der Kanton St.Gallen vermochte gemäss KLV nicht zu belegen, wie eine diskriminierungsfreie Umsetzung des Berufsauftrags für die Kindergartenlehrpersonen möglich sei.

Weiter teilt der KLV mit:

«Der KLV ist erleichtert, dass die seit Jahren bekannte Diskriminierung der Kindergartenlehrpersonen endlich anerkannt wird. Es steht nun der Kanton in der Pflicht, die vergangene wie auch die zukünftige Diskriminierung zu beseitigen. Der KLV fordert baldige Vorschläge des Kantons.»

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.