VERWALTUNGSGERICHT ST.GALLEN: Calanda-Wölfe waren nicht gefährlich

Der Kanton St.Gallen hat die Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe Ende 2015 vorschnell erteilt. Das St.Galler Verwaltungsgericht ist auf eine Beschwerde des WWF Schweiz eingetreten. Bereits das Verwaltungsgericht Graubünden hatte eine Abschussbewilligung als nicht verhältnismässig erachtet.

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Zwei Jungwölfe aus dem Calanda-Rudel, aufgenommen im 2015. (Bild: pd)

Zwei Jungwölfe aus dem Calanda-Rudel, aufgenommen im 2015. (Bild: pd)

Der WWF Schweiz ist erfreut, dass das Verwaltungsgericht des Kantons St.Gallen seiner Beschwerde gegen die Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe stattgegeben hat. Schon das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hatte im Juni 2016 der Beschwerde in wichtigen Punkten Recht gegeben.

Das St.Galler Verwaltungsgericht ist zum Schluss gekommen, dass keine erhebliche Gefährdung des Menschen durch die Calanda-Wölfe festgestellt werden konnte und die Abschussbewilligung deshalb vorschnell erteilt wurde. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bestandesregulierung seien nicht erfüllt gewesen.

Vergrämen statt abschiessen
«Die St.Galler Richter geben mit ihrem Entscheid einer sachlichen, faktenbasierten Wolfspolitik Aufwind», sagte Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierverantwortlicher beim WWF Schweiz, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Statt Abschussbewilligungen sollten mildere Massnahmen wie zum Beispiel Vergrämungen ergriffen werden. «Das Urteil lässt uns hoffen, dass normales Wolfsverhalten in der Schweiz künftig nüchterner betrachtet wird», so von Bethlenfalvy.

Der Kantone St.Gallen und Graubünden hatte vor Weihnachten 2015 mit Zustimmung des Bundes eine Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe erteilt. Weil das Rudel wegen des milden Winters aber selten in Siedlungsnähe auftauchte, konnte kein Wolf geschossen werden. Die Abschusserlaubnis war nachträglich vom Bündner Verwaltungsgericht als nicht verhältnismässig erachtet worden.

Der WWF Schweiz reichte auch beim St.Galler Verwaltungsgericht eine Beschwerde ein. Damit wollte er erreichen, dass künftig dank präventiver Massnahmen Abschüsse vermieden werden. Insbesondere sollen Futterquellen konsequent beseitigt werden. (sda)