Verurteilung
Sieben Banküberfälle und 830'000 Franken Beute: Kreisgericht Rorschach verurteilt Serienbankräuber zu sechs Jahren Haft

«Ich habe damals in einer Fantasiewelt gelebt», sagte der Mann vor Gericht, der zwischen 2016 und 2019 sieben Banken und zwei Tankstellen überfallen hat. Jetzt hat ihn das Kreisgericht Rorschach zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Drucken
Teilen
Aufnahme des Täters bei einem Überfall im Juli 2017 auf die Acrevis-Filiale in Wittenbach.

Aufnahme des Täters bei einem Überfall im Juli 2017 auf die Acrevis-Filiale in Wittenbach.

Bild: Kapo SG

(al/dar) Neun Überfälle hatte der Beschuldigte begangen, der Mitte Januar vor dem Rorschacher Kreisgericht stand: sieben auf Banken und auf zwei Tankstellenshops. 10'000 Franken in Steinach, 275'000 Franken in Wittenbach, 262'000 Franken in Bischofszell – die Liste liesse sich fortführen. Insgesamt rund 830'000 Franken hat der heute 28-Jährige zwischen 2016 und 2019 erbeutet. Es sei ihm klar, dass er für diese Taten eine längere Freiheitsstrafe verdient habe, sagte der Beschuldigte vor Gericht.

Diese Strafe ist jetzt gesprochen. Das Kreisgericht Rorschach verurteilt den 28-Jährigen wegen mehrfachen, teils versuchten Raubes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren, unter Anrechnung von 89 Tagen Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzugs. Ausserdem muss er eine Busse von 200 Franken bezahlen, weil er mit einem Porsche Cayenne unterwegs war, dessen Hinterreifen zu wenig Profiltiefe aufwiesen.

Schliesslich wird der junge Mann auf Schadenersatzforderungen in Höhe von rund 818'000 Franken behaftet. Auch werden ihm die Verfahrenskosten von rund 125'000 Franken auferlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit Banküberfällen gegen Betreibungen

«Ich habe damals in einer Fantasiewelt gelebt», sagte der Beschuldigte vor Gericht. «Alle glaubten, ich führe ein normales, bürgerliches Leben.» Seine kriminelle Laufbahn begann nach der Lehre, als er ein Auto leaste und weiterverkaufte. Hinzu kamen Schulden beim Arbeitgeber, er geriet mit der Miete in Rückstand – und entschied sich, eine Bank auszurauben.

Mit Banküberfällen gegen Betreibungen – diese Lösung, die der Beschuldigte für seine Probleme gefunden hatte, zeigte sich bei einem Bankraub in Bischofszell in dreister Deutlichkeit: Erst überfiel der Mann die Kantonalbankfiliale in Bischofszell, fuhr dann mit dem Auto auf den Parkplatz des örtlichen Polizeipostens, wechselte seine Kleider und wollte eine Busse im Posten bezahlen. Doch die Polizisten hatte keine Zeit. Eine Bank sei überfallen worden. «Eigentlich müsste man Ihre Geschichte verfilmen», meinte der Gerichtspräsident an der Verhandlung.