VERMISST: Pilzsammler findet Knochen

In einem Wald bei Jakobsbad lagen die Überreste eines Mannes aus Konstanz, der im Mai 2015 verschwunden war.

Laura Widmer
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Einem Pilzsammler fielen Mitte Oktober in einem dichten Waldstück zwischen Jakobsbad und Schotz Knochen auf. Er benachrichtigte die Polizei. Aufgrund der Örtlichkeit vermutete die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden, dass es sich um einen seit Mai 2015 vermissten Mann handeln könnte. Der in Konstanz wohnhafte Deutsche galt seit dem 6. Mai als vermisst. Sein Auto wurde damals in Jakobsbad verlassen aufgefunden.

Man war davon ausgegangen, dass der Mann alleine eine Wanderung im Gebiet Jakobsbad–Kronberg unternommen hatte. Die Suchaktion der Polizei in jener Gegend blieb damals jedoch erfolglos.

Abgleich mit DNA-Datenbank

Die in Jakobsbad gefundenen Knochen wurden zur Gerichtsmedizin St. Gallen gebracht. Nach polizeilichen und forensischen Abklärungen bestätigte sich der Verdacht der Innerrhoder Kantonspolizei. Die Knochen konnten mittels eines DNA-Vergleichs dem vermissten Deutschen zugeordnet werden. Standardmässig werde bei Vermissten Vergleichs-DNA für eine Datenbank gesammelt, sagt Roland Hübner, Chef der Kriminalpolizei. Diese komme entweder von der vermissten Person oder einer direkt verwandten. Auch Daten zu Zähnen und Gebiss würden aufgenommen. Würden Knochen gefunden, finde zuerst ein Quervergleich zur Datenbank statt, sagt er.

Angaben zur Todesursache des Verstorbenen kann Hübner nicht machen, «das wäre absolut spekulativ». Die Todesursache sei nicht mehr klärbar.

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch