Verletzungen beim Sport
Welchen Sport machen Sie? Wir sagen Ihnen, wie gefährlich er ist

In welchen Sportarten sind die Chancen gross, sich zu verletzen? Welche Betätigungen sind unbedenklich? Wir haben die Übersicht.

Jolanda Riedener
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Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega kommt zum Einsatz, wenn Wanderer in Not sind. Zum Beispiel hier unterhalb des Säntisgipfels.

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega kommt zum Einsatz, wenn Wanderer in Not sind. Zum Beispiel hier unterhalb des Säntisgipfels.

Bild: Benjamin Manser (25. Juni 2019)

Spielen Sie Handball, Eishockey oder Fussball? Dann ist die Gefahr, dass Sie sich früher oder später einmal verletzen, erheblich. Ein Blick auf die Statistik des Bundesamts für Unfallverhütung (BFU) zeigt, in welchen Sportarten die Verletzungsgefahr besonders hoch ist und in welchen Betätigungsfeldern die meisten Todesfälle verzeichnet werden.

Die Tabelle oben zeigt, dass bei Ballsportarten wie Handball, Eishockey und Fussball die Verletzungsgefahr höher ist als bei anderen Sportarten. Diese Sportarten leben vom direkten Körperkontakt und Zweikämpfen, bei denen Arme und Beine involviert sind. Die Auswertung berücksichtigt die ausgeübten Stunden des Sports und die Anzahl Verletzungen.

Corona: Markant weniger Skiunfälle, mehr Verletzungen beim Velofahren

Weniger Unfälle meldeten die Suva-Versicherten im vergangenen Jahr, heisst es in einer Mitteilung des Unfallversicherers. Das frühzeitige Ende der Skisaison im März 2020 führte zu einem schlagartigen Wegfall der Skiunfälle: 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Weil über längere Zeit nicht mehr Fussball gespielt wurde, resultiert auf das ganze Jahr ebenfalls ein markanter Rückgang der Fussballunfälle gegenüber dem Vorjahr von 37 Prozent.

Ähnlich sieht es bei den übrigen Ballsportarten (minus 32 Prozent) und beim Eishockey aus (minus 42 Prozent). Mehr Unfälle gab es im Coronajahr hingegen beim Velofahren (plus 21 Prozent).

Bei den Todesfällen im Sport gab es einen Pandemieeffekt

Einen Effekt hatte das Virus und die damit zusammenhängenden Massnahmen im Jahr 2020 auch auf die Anzahl tödlicher Sportunfälle. Insbesondere weil weniger ausländische Gäste in der Schweiz waren, gab es weniger Todesfälle beim Skifahren und Tourenskifahren sowie beim Base-Jumping, wie die provisorischen Zahlen des Bundesamts für Unfallverhütung (BFU) zeigen. Beim Tourenskifahren gab es im vergangenen Jahr elf tödliche Unfälle bei einem Zehnjahresdurchschnitt von 20 Todesfällen. Beim Base-Jumping kam es zu vier Todesfällen, der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei sieben.

Eine Verschiebung im Coronajahr 2020 gab es beim Bergwandern und Wandern. 54 tödlichen Unfälle ereigneten sich dabei, was ziemlich genau dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre entspricht. Allerdings kamen im vergangenen Jahr mehr einheimische als ausländische Gäste beim Wandern um.

Mehr tödliche Unfälle gab es beim Mountainbiken: Es waren im vergangenen Jahr acht statt der durchschnittlichen zwei. Beim BFU heisst es dazu: Aufgrund der gestiegenen Verkaufszahlen von Mountainbikes und des überdurchschnittlich schönen Wetters im Frühling 2020 kann man davon ausgehen, dass wesentlich mehr in der Schweiz wohnhafte Personen auf dem Mountainbike unterwegs waren.

Neben den Reisebeschränkungen und Coronamassnahmen sind Wetter und Schneeverhältnisse allerdings nur einige der Faktoren, die einen Einfluss auf die Sport- und Unfallstatistiken haben.

Im Verhältnis mehr Verletzte beim Fussball als beim Wandern

Beim Fussballspielen ereigneten sich von 2013 bis 2017 insgesamt 82'230 Verletzungen – 1931 Verletzungen sind es im Verhältnis zu den Stunden, in denen der Sport ausgeführt wird. Am häufigsten verletzen sich die Personen an Unterschenkel, Sprunggelenk, Knie und Fuss. Ähnlich ging es beim Handballspielen aus: An Unterschenkel, Sprunggelenk, Knie oder vor allem auch an Handgelenk und Finger verletzten sich die Handballspielerinnen und -spieler.

Deutlich weniger Personen verletzen sich demnach beim Wandern, wenn man die Zahlen ins Verhältnis zu den Stunden setzt, in denen der Wandersport ausgeübt wird. Beim Wandern oder Klettern gab es durchschnittlich nur 182 Verletzungen. Beim Fussballspielen waren es hingegen 1931.

Kaum zu Verletzungen kommt es bei den Sportarten Gymnastik, Fitness oder Aerobic (33 Verletzungen). Auch Golf gilt mit 62 Verletzungen als eher ungefährlich, ebenso wie Joggen oder Laufen, wobei sich 110 Unfälle ereigneten.

Häufigste Todesopfer beim Berg- und Wassersport

Das Bergwandern führt die tragische Liste der Anzahl Getöteten nach Sportart an. Von 2000 bis 2019 kamen total 923 Personen ums Leben. Beim Bergwandern wird im Gegensatz zum Bergsteigen komplett auf die Sicherung der Partner verzichtet. Bergsteigen hingegen umfasst verschiedene Aktivitäten am Fels, wie zum Beispiel Klettern. Beim Bergsteigen verunfallten innerhalb der 20 Jahre total 571 Personen tödlich. Während der gleichen Zeit gab es beim Fussballspielen nur acht Todesfälle.

Gemäss BFU-Statistik ist bei Bergsportunfällen ein Absturz die häufigste Ursache für einen tödlichen Unfall:

Beim Schwimmen oder Baden gab es innerhalb der letzten 20 Jahre 350 Todesopfer. In den vergangenen zehn Jahren kamen 92 Prozent der Opfer in einem stehenden Gewässer, 8 Prozent in einer Badeanstalt um. Ausserdem verletzen sich Personen beim Baden am häufigsten an den Füssen oder Zehen. Rumpf und Gesicht verletzen sich Schwimmerinnen und Schwimmer öfter als andere Körperstellen.

Fast gleich viele Unfalltote wie beim Schwimmen oder Baden gab es beim Tourenskifahren, wo 346 Personen umkamen. Auch das Skifahren forderte 162 und das alpine Skifahren 118 Todesopfer. Im Schneesport sind Lawinen die häufigsten Ursachen für Todesfälle:

Tourenfahrerinnen und Tourenfahrer sind am häufigsten unter den Todesopfern bei Lawinenabgängen. Weniger häufig kommen Personen bei anderen Schneesportarten wie regulärem Ski- oder Snowboardfahren oder beim Schneeschuhlaufen in tödlichen Lawinen um.

Zahlreiche tödliche Unfälle ergaben sich ausserdem beim Gleitschirmfliegen (148) und Base-Jumping (98). Diese Zahlen erscheinen insofern besonders hoch, da es sich dabei nicht um einen Massensport handelt, im Gegensatz etwa zum Bergwandern oder Schwimmen.

Generell zeigen sich bei Unfällen mit Todesfolge deutliche Unterschiede zwischen Frau und Mann. Im Durchschnitt über alle Sportarten von 2010 bis 2019 zeigt sich: In 126 Todesfällen von in der Schweiz wohnhaften Personen kamen 102 Männer und nur 24 Frauen um. Auch unter den Unfalltoten, die im Ausland wohnen, befinden sich 47 Männer und 8 Frauen.