Verlängerter Bergsommer

Späte Freude bei den Ostschweizer Bergbahnen: Am Wochenende zog es Tausende in höhere Lagen. Das Wetter entschädigte die Bahnen ein Stück weit für die durchzogene Wandersaison.

Alessia Pagani
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Die Säntisbahn führt von der Schwägalp auf den 2502 Meter hohen Gipfel. (Bild: Urs Jaudas)

Die Säntisbahn führt von der Schwägalp auf den 2502 Meter hohen Gipfel. (Bild: Urs Jaudas)

Grossandrang auf der Schwägalp: Mehrere Tausend Berggänger sind am Wochenende mit der Säntisbahn auf den höchsten Alpstein-Gipfel gefahren. «Es war ein riesiger Ansturm», sagt Geschäftsführer Bruno Vattioni. 7400 Gäste seien am Sonntag mit der Säntisbahn befördert worden. An schönen Sonntagen nutzen laut Vattioni durchschnittlich 5000 Gäste die Bahn. «Der vergangene Sonntag war ein besonderer Tag für uns, aber kein Rekordtag.» Im Rekordsommer 2003 habe die Bahn an einem Tag 12 000 Besucher befördert.

Besucherrekord beim Kronberg

Auch die Kronberg-Bahn profitierte vom strahlenden Spätherbst-Wetter. Die Schwebebahn verzeichnete am Sonntag den grössten Besucherandrang des laufenden Jahres. Gut 2700 Gäste seien mit der Bahn befördert worden, sagt Verkaufsleiter Andreas Wyss. Durchschnittlich würden an einem schönen Sonntag 1200 bis 1400 Gäste die Kronberg-Bahn benützen. Am Sonntag waren bei der Talstation alle Parkplätze belegt gewesen, Dutzende Autofahrer mussten laut Wyss auf die angrenzende Wiese ausweichen. «Wenn der Wetterbericht schon am Montag gutes Wetter für das Wochenende ankündigt, kommen in der Regel deutlich mehr Besucher.» Das entschädigt die Bahnbetreiber für die Zahlen von September und Oktober. Laut Wyss zählte die Kronberg-Bahn wegen des regnerischen Wetters in den beiden Monaten weniger Gäste als in den Vorjahren.

Ähnliches sagt auch Bruno Vattioni von der Säntisbahn: «Heuer lag auf dem Säntis bereits Ende September Schnee – also sehr früh. Die milden Temperaturen in den vergangenen Tagen haben den Schnee aber tauen lassen, die Wanderwege waren damit wieder bis auf den Gipfel frei und zogen Wanderer in Massen an.» Das Bergrestaurant auf dem Säntis ist eine der wenigen Alpsteinbeizen, die noch geöffnet haben. Die meisten Berggasthöfe im Alpstein haben sich am 1. November in die Winterpause verabschiedet.

Toggenburg nennt keine Zahlen

Die Toggenburger Bergbahnen stellen den Betrieb im November normalerweise während mehrerer Wochen für Revisionsarbeiten ein. Dieses Jahr habe man wegen des schönen Wetters die Revision auf die Wochentage beschränkt, sagt Sprecherin Melanie Eppenberger. Besucherzahlen nennt sie aber keine.