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VERKEHR: Der Tunnel in Rapperswil-Jona ist noch fern

Welche Tunnelvariante ist für das verkehrsgeplagte Rapperswil-Jona die beste? Bis im Herbst soll ein Bewertungsverfahren erste Antworten auf diese Frage liefern. Ein Baustart vor 2030 ist unwahrscheinlich.
Fabienne Sennhauser, Magnus Leibundgut
Kanton und Stadt gehen davon aus, dass das Volk über den Tunnel in Rapperswil-Jona entscheiden wird. (Bild: Ralph Ribi)

Kanton und Stadt gehen davon aus, dass das Volk über den Tunnel in Rapperswil-Jona entscheiden wird. (Bild: Ralph Ribi)

Fabienne Sennhauser, Magnus Leibundgut

ostschweiz@tagblatt.ch

Vor 2035 werden wohl keine Autos unter Rapperswil-Jona durchrollen. Zwar soll gemäss Medienmitteilung des Kantons St. Gallen bis im Herbst die beste Tunnelvariante für die Stadt ausgewählt sein. Bis zum allfälligen Baustart dürften aber noch einige Jahre ins Land ziehen. Als erster Schritt soll eine Beurteilung zeigen, welche Lösung die beste für die Mobilitätszukunft von Rapperswil-Jona ist. Seit Dezember läuft hierfür ein Bewertungsverfahren, das die Vor- und Nachteile der beiden Tunnelvarianten «Mitte» und «Direkt» nach ihrer Auswirkung auf Verkehr und ­Umwelt ausarbeitet. Während der Tunnel Mitte vom Anschluss Tüchelweiher über den Anschluss Kempraten zum Portal Hüllistein unter dem heutigen Trassee der SBB-Linie S7 hindurchführt, führt die zweite Variante vom Anschluss Tüchelweiher «direkt» zur A53.

An der Erarbeitung der Zweckmässigkeitsbeurteilung ist auch jenes Begleitgremium beteiligt, welches bereits die ­Abklärungen in den Jahren 2016 und 2017 begleitet hatte. Das Gremium vereint Interessenorganisationen, Kantonsrätinnen ­sowie politische Parteien.

Oberirdische Umleitung als «Nullvariante»

Verglichen werden die beiden Tunnelvarianten mit einer sogenannten Nullvariante, welche ­lediglich oberirdische Massnahmen zur Verkehrsverbesserung umfasst, sowie mit einem Referenzzustand ohne Ausbauten, der sich am voraussichtlichen Verkehrsaufkommen von 2030 orientiert. Während der Begriff Nullvariante neu ist, gilt das für die Idee, die dahintersteht, nicht. Konkret geht es um eine Umleitung des Verkehrs via Güterstrasse, die als mittelfristige Massnahme auf Eis gelegt wurde.

Thomas Furrer, Bauchef in Rapperswil-Jona, rechnet damit, dass der Kanton im Juni eine Bestvariante empfiehlt und der Stadtrat anschliessend entscheidet, welcher Variante er den Vorzug gibt. Es sei davon auszugehen, dass der Stadtrat einer Tunnelvariante den Vorzug gebe, sagt Furrer.

Auch beim Kanton geht man davon aus, dass ein Tunnel die beste Lösung ist, wie Kantons­ingenieur Marcel John sagt. «Aus fachlicher Sicht bringt nur der Tunnel eine echte Verkehrsentlastung. Die Nullvariante dagegen würde lediglich eine Verkehrsverlagerung bedeuten.» Weshalb aber wird die ober­irdische Lösung dennoch in die Beurteilung miteinbezogen? Es gehe darum, eine breite Grundlage für die politische Diskussion rund um die Bestvariante zu schaffen, erklärt John. «So kann später niemand kommen und ­behaupten, wir hätten keine günstigeren Alternativvarianten zum Tunnel berücksichtigt.»

Verfahren bis vor Bundesgericht denkbar

Der weitere Fahrplan sieht vor, dass sich Kanton und Stadtrat bis im Herbst auf eine Variante geeinigt haben. Danach kann der Kanton ein Bauprojekt ausarbeiten. In der Novembersession wird daher der Kantonsrat dar­über entscheiden müssen, ob die Projektierung in das kantonale Strassenbauprogramm aufgenommen wird. Marcel John schaut dieser Debatte gelassen entgegen: «Ich denke nicht, dass der Kantonsrat uns in dieser Phase des Projekts einen Riegel schieben wird.» Auf den Entscheid des Parlaments wird eine rund zwei- bis dreijährige Projektierungsphase folgen. Danach kommt das Bauvorhaben in die Standortgemeinde, wo es dem ­fakultativen Referendum unterstellt wird. Kanton wie Stadt ­gehen zum jetzigen Zeitpunkt ­davon aus, dass dieses ergriffen wird.

«Demnach könnte es um das Jahr 2022 zu einer Volksabstimmung in Rapperswil-Jona kommen», rechnet Marcel John vor. Nach der Bevölkerung habe wiederum der Kantonsrat über das Projekt zu befinden, bevor dieses in der Standortgemeinde aufgelegt werden könne. John nimmt an, dass es auch nach all diesen Hürden noch Kritiker geben wird, die ihre Bedenken womöglich bis vor Bundesgericht vertreten werden. Summa summarum dürfte ein möglicher Tunnelbau wohl nicht vor 2030 in Angriff genommen werden.

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