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VERJÄHRT: Alle Beweismittel vernichtet

Der Doppelmord bei der Kristallhöhle in Oberriet jährt sich heuer zum 35. Mal. Die St. Galler Behörden haben nun die letzten Beweismittel vernichtet.
Tim Naef

Tim Naef

tim.naef@tagblatt.ch

Über 35 Jahre ist es her, dass die damals 15-jährige Karin Gattiker und ihre zwei Jahre ältere Freundin Brigitte Meier auf einer dreitägigen Velotour die Ostschweiz erkunden wollten. Die Goldacherinnen sollten nie wieder zurückkehren. Zum letzten Mal lebend gesehen wurden sie zur Mittagszeit am dritten Tag ihrer Tour.

Es war der 31. Juli 1982. Ein Autofahrer sagte, dass die beiden Mädchen an einer Kreuzung gestanden hätten und den Eindruck machten, als ob sie sich verirrt hätten. Am Abend fuhr der Autofahrer denselben Weg zurück und sah die Velos der Mädchen am Wegrand stehen. Von den beiden Goldacherinnen fehlte jedoch jede Spur. Als sie am Abend nicht zu Hause ankamen, wurden sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. Nach einer erfolglosen Flugblattaktion in Oberriet, dem Fundort der Velos, wurde die bis anhin grösste Suchaktion in der Geschichte der St. Galler Polizei gestartet. Diese blieb jedoch erfolglos. Neun Wochen später wurden ihre Leichen von einem Wanderer in der Nähe der Kristallhöhle in Oberriet gefunden. Die Todesursache blieb unbekannt, zu weit war die Verwesung an beiden Körpern fortgeschritten.

Die Polizei ging bereits früh von einem gewaltsamen Tod der Mädchen aus – der Mörder wurde nie ausfindig gemacht. Das wird er auch nicht mehr. Und selbst wenn, kann er nicht mehr für seine Tat belangt werden: Die Tat ist verjährt. Nun hat die St. Galler Justiz die letzten Beweismittel im Kristallhöhlenmord vernichtet.

«Keine Untersuchung mehr»

«Zum Kristallhöhlenmord haben wir gar nichts mehr in der Asservatenkammer», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber «20Minuten». Dies sei das übliche Vorgehen. Bei einem Delikt mit bekannter Täterschaft würden die Beweismittel meist aufbewahrt, bis ein rechtskräftiges Urteil oder eine Einstellung vorliege. «Bei Fällen, in denen die Täterschaft unbekannt ist, werden die Asservate grundsätzlich bis zur Verjährung des entsprechenden Tatbestands aufbewahrt», so Rezzoli.

Mit der Verjährung und der Vernichtung der Beweise ist der Fall für die Behörden abgeschlossen. «Der Fall ist verjährt. Es wird nie zu einer erneuten Untersuchung, einer Anklage oder einem Urteil kommen», sagt Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen.

Selbst wenn entscheidende Hinweise auf den Täter eingingen, wären der Justiz die Hände gebunden. «Die Staatsanwaltschaft würde dann eine sogenannte Nichtanhandnahmeverfügung erlassen. Dies bedeutet, dass keine Strafuntersuchung eingeleitet wird, weil der Fall verjährt ist», hält Mediensprecher Dobler fest.

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