«Veritabler Fehlstart des neuen Gesundheitsdirektors»: SP St.Gallen kritisiert Personalentscheid von Regierungsrat Damann

Der Generalsekretär des St.Galler Gesundheitsdepartements, Donat Ledergerber, tritt auf Ende Mai ab, es übernimmt Gildo Da Ros. Die St.Galler SP nennt dies einen «parteipolitischen Entscheid des neuen Gesundheitsdirektors».

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Der Entscheid des neu gewählten Regierungspräsidenten Bruno Damann (CVP) wird von der St.Galler SP heftig kritisiert.

Der Entscheid des neu gewählten Regierungspräsidenten Bruno Damann (CVP) wird von der St.Galler SP heftig kritisiert.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

(tn) Per 1. Juni 2020 übernimmt Regierungsrat Bruno Damann das Gesundheitsdepartement. Wie die Staatskanzlei St.Gallen in einer Medienmitteilung schreibt, sei es im Zusammenhang mit dieser Aufgabe  sein Wunsch, sein Team neu aufzustellen.

Wie es weiter heisst, wolle der bisherige Generalsekretär Donat Ledergerber sich diesem Wunsch nicht entgegenstellen. Er werde deshalb im Rahmen einer einvernehmlichen Regelung das Gesundheitsdepartement per Ende Mai verlassen.

Da Ros übernimmt

Ledergerbers Nachfolger ist bereits bekannt: Gildo Da Ros, derzeit unter Bruno Damann Generalsekretär des Volkswirtschaftsdepartementes, wechselt auf den selben Zeitpunkt hin ebenfalls ins Gesundheitsdepartement. Die Regierung habe Gildo Da Ros an ihrer Sitzung vom Dienstag zum neuen Generalsekretär des Gesundheitsdepartementes gewählt, schreibt die Staatskanzlei in einer weiteren Mitteilung. 

SP St.Gallen zeigt sich überrascht

Mit Überraschung nimmt die SP St.Gallen von den, wie es in einer Medienmitteilung der Partei heisst, «parteipolitisch geprägten Personalentscheiden des neuen Vorstehers des Gesundheitsdepartementes», Kenntnis. Mit dem Weggang des bisherigen Generalsekretärs kumuliere sich der Wissensverlust im Departement. In der Mitteilung schreibt die SP weiter:

«Um eine möglichst gute Regierungstätigkeit zu erreichen, treten bisherige Regierungsmitglieder an die Spitze eines anderen Departements. Keine Tradition hat hingegen die umgehende Auswechslung der Spitze der Verwaltung in der Person des Generalsekretärs.»

Dies sei auch absolut sinnvoll, denn durch die Neubesetzung der Verwaltungsspitze werde das fundierte Wissen und die langjährigen Erfahrungen in den verschiedenen wichtigen Geschäften vernichtet.

Die Verwaltung in einem Departement werde mit einem solchen Wechsel nachhaltig geschwächt und die Abläufe erschwert. «Nun hat sich Bruno Damann, der neue Vorsteher des Gesundheitsdepartements, entschieden, auf das gesundheitspolitische Wissen, auf die innerdepartementalen Kenntnisse und die Erfahrung des bisherigen Generalsekretärs zu verzichten», heisst es in der Mitteilung weiter. Es sei zu vermuten, dass bei diesem bewussten Entscheid auch parteipolitische Überlegungen mitgespielt haben.

«Amerikanische Verhältnisse im Kanton St.Gallen»

«Dies ist bedauerlich, denn es bedeutet einen klaren Bruch mit der bisherigen Usanz», so die SP weiter. Es sei bedauerlich, dass amerikanische Verhältnisse im Kanton Einzug halten würden. Bisherige Spitzenbeamte würden so durch eigene Parteigänger ersetzt; dies zu Lasten der Kontinuität in der Verwaltung. Das Fazit der SP St.Gallen: 

«Der neue Departementsvorsteher produziert einen veritablen Fehlstart.»

Seit 2015 Generalsekretär

Donat Ledergerber trat am 1. Juni 2015 seine Stelle als Generalsekretär im Gesundheitsdepartement an. «Die Regierung dankt Donat Ledergerber für seinen Einsatz während den letzten fünf Jahren», schreibt die Staatskanzlei. 

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