VERHAFTUNG: Thurgauer Pferdequäler in Gewahrsam

Heute Nachmittag ist der Thurgauer Ulrich K. von der Polizei auf seinem Hof in Gewahrsam genommen worden. Ein Grosseinsatz der Polizei ist im Gang. Alle Tiere wurden beschlagnahmt und sollen an einen geeigneten Ort gebracht werden.

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Beim Hof von Tierquäler Ulrich K. ist ein Grossaufgebot der Polizei angerückt. (Bild: Manuel Nagel)

Beim Hof von Tierquäler Ulrich K. ist ein Grossaufgebot der Polizei angerückt. (Bild: Manuel Nagel)

Die Polizei habe den Mann kurz nach Mittag in Gewahrsam genommen, sagte ein Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte entsprechende Medienberichte. Der Pferdehändler werde derzeit befragt. Er habe sich problemlos abführen lassen.

Als nächstes werde nun der Abtransport der Pferde vom Hof organisiert. Die Tiere sollen voraussichtlich am Dienstag an einen geeigneten Ort gebracht werden. Dafür müssen sich die Beamten zuerst ein Bild der Lage machen. Laut dem Polizeisprecher sind mehrere hundert Tiere betroffen.

Die Festnahme des mutmasslichen Tierquälers erfolgte auf Ersuchen des Veterinäramts des Kantons Thurgau und unter Berufung auf das Tierschutzgesetz.

Über 100 Polizisten im Einsatz

Vor dem Hof sind rund zwei Dutzend Polizeifahrzeuge aufgefahren. Über 100 Polizisten und zahlreiche Polizeifahrzeuge, unter anderem Mannschaftstransporter waren zudem im Einsatz. Auf dem Grundstück dürften sich noch mehr befinden. Die Strasse vor dem Hof wurde abgesperrt. Die Polizisten errichteten am späten Nachmittag Sichtschutzzäune um den Hof.

Über das Wochenende hatte sich die Lage beim Hof des Tierquälers Ulrich K. zugespitzt. Bis zu 100 Personen hielten sich dort zeitweise in einem Protestcamp auf. Sie wollen nicht nur ihren Unmut darüber kundtun, dass dort mutmasslich verwahrloste Tiere verhungern, sondern auch verhindern, dass der Landwirt kranke Tiere vor weiteren Kontrollen wegschafft. In der Nacht auf Sonntag wollten verschiedene Tierschützer eine Schussabgabe gehört haben. Die Polizei geht aber nicht davon aus, dass dies zutrifft.

Bild: Manuel Nagel
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Die Polizei ist am Montag mit einem Grossaufgebot am Hof in Hefenhofen vor Ort. (Bild: Manuel Nagel)
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Die Polizei patroulliert vor dem Hof von Ulrich Kesselring. (Bild: Keystone)
Ein Polizist patroulliert vor dem Hof von Ulrich Kesselring. (Bild: Keystone)
Ein Arbeiter auf dem Hof von Ulrich Kesselring, der wegen der Quälerei von Pferden unter Verdacht steht. (Bild: Keystone)
Pferde auf dem Hof des Thurgauer Pferdequälers. (Bild: Keystone)
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Der verbarrikadierte Hof des Pferdequälers. (Bild: Keystone)
Ein Fahrzeug fährt mit einem Pferdetransporter vom Hof. (Bild: Keystone)
Tieraktivisten überwachen die Einfahrt zum Hof von Ulrich Kesselring. (Bild: Keystone)
Ein Medienschaffender vor dem Hof. (Bild: Keystone)
Mehr als ein Dutzend Leute versammeln sich am Nachmittag vor dem Hof von Bauer K. (Bild: Manuel Nagel)
Tierschützer Erwin Kessler gibt medienwirksam mit einer schusssicheren Weste einer regionalen TV-Station ein Interview. (Bild: Manuel Nagel)
Alle TV-Kameras sind auf den Hof von Bauer K. gerichtet. (Bild: Manuel Nagel)
Einige der Pferde sind von der Strasse aus sichtbar. (Bild: Manuel Nagel)
Einige der Pferde sind von der Strasse aus sichtbar. (Bild: Manuel Nagel)
Alle TV-Kameras sind auf den Hof von Bauer K. gerichtet. (Bild: Manuel Nagel)
Einige der Pferde sind von der Strasse aus sichtbar. (Bild: Manuel Nagel)
Einige der Pferde sind von der Strasse aus sichtbar. (Bild: Manuel Nagel)
Das ganze Areal wirkt unaufgeräumt (Bild: Manuel Nagel)
Einige der Pferde sind von der Strasse aus sichtbar. (Bild: Manuel Nagel)
Einige der Pferde sind von der Strasse aus sichtbar. (Bild: Manuel Nagel)
Mehr als ein Dutzend Leute versammeln sich am Nachmittag vor dem Hof von Bauer K. (Bild: Manuel Nagel)
Mehr als ein Dutzend Leute versammeln sich am Nachmittag vor dem Hof von Bauer K. (Bild: Manuel Nagel)

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Im Lauf des Sonntags wollte der Landwirt offenbar Demonstranten einschüchtern, als er mit seinem Fahrzeug bei der Wegfahrt einen Schwenk aufs Trottoir machte - die Aktion trug ihm eine Anzeige ein. Und in der Nacht auf Montag gingen bei der Kantonspolizei diverse Notrufe von beiden Seiten ein. Unter anderem soll es zu Tätlichkeiten gekommen sein.

Am Montag war die Situation dann wieder ruhiger, die Zahl der Demonstranten hatte sich auf 20 bis 25 Personen reduziert. Doch als ein Auto mit Pferde-Anhänger den Hof verliess, wollte einer der Demonstranten dem Transporter mit seinem Auto folgen. Daraufhin bog wenige Hundert Meter weiter ein Auto von einem Restaurantparkplatz zwischen den beiden Autos auf die Strasse ein und bremste den Verfolger aus. Nun erfolgte der Zugriff der Polizei. Die am Freitag eingesetzte Task Force hat für 18 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt. "Tagblatt online" berichtet live und mit einem Livestream von "FM1 Today". (mn/jw/sda)