Verhafteter Gemeindeschreiber von Steinach: Die Untersuchung läuft auf Hochtouren – Fragen und Antworten zum Fall

Der Steinacher Gemeindeschreiber wurde am Mittwoch verhaftet und sitzt seither in U-Haft. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fall.

Janina Gehrig
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Die Polizei hat den Gemeindeschreiber von Steinach am Mittwoch an seinem Arbeitsplatz verhaftet. (Archivbild: Rahel Jenny Egger)

Die Polizei hat den Gemeindeschreiber von Steinach am Mittwoch an seinem Arbeitsplatz verhaftet. (Archivbild: Rahel Jenny Egger)

Was wird dem Gemeindeschreiber vorgeworfen?

Der Mann steht unter dringendem Tatverdacht, sexuelle Handlungen mit Kindern vorgenommen zu haben. Zudem soll er illegale Pornografie hergestellt und im Internet verbreitet haben. Am Mittwoch wurde er an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Im Verlaufe des Tages haben sich die Vorwürfe gegen ihn konkretisiert.

Warum wurde der Mann an seinem Arbeitsplatz im Gemeindehaus verhaftet?

Gemäss Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft St.Gallen, spielten für diese Vorgehensweise gewisse taktische Überlegungen eine Rolle. Welche, sagt sie nicht. Im Gemeindehaus und am Wohnort des Verdächtigen fanden am Mittwoch Hausdurchsuchungen statt, bei der Datenträger sichergestellt wurden.

Wie gross ist das Ausmass des sichergestellten Materials?

Dies ist Gegenstand der laufenden Untersuchung. Das Kompetenzzentrum Cybercrime der Kantonspolizei St.Gallen untersucht derzeit die Datenträger, laut Giger üblicherweise Laptops, Tablets, Smartphones und USB-Sticks. Die Auswertung des Materials kann je nach der Menge Monate dauern.

Wie lange sitzt der mutmassliche Täter noch in Untersuchungshaft?

Am Freitag oder Samstag wird das Zwangsmassnahmengericht entscheiden, ob und wie lange der Gemeindeschreiber von Steinach in Untersuchungshaft bleiben muss. Die Untersuchung wird von der Staatsanwaltschaft geleitet. Wenn diese Antrag auf Untersuchungshaft stellt, führt sie zunächst eine Einvernahme durch, eine sogenannte Festnahmeeröffnung. In dieser kann sich die beschuldigte Person zum Tatverdacht und den Haftgründen äussern. Dann folgen in der Regel weitere Einvernahmen. Die einzelnen Schritte unterstehen dem Untersuchungsgeheimnis.

Welche Gründe sprechen dafür, dass der Verdächtige noch länger in U-Haft bleiben muss?

Besondere Haftgründe sind: Fluchtgefahr, Wiederholungsgefahr oder Ausführungsgefahr, also wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass eine Person ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen könnte. Auch bei Kollusionsgefahr – wenn ernsthaft zu befürchten ist, die dringend verdächtige Person könnte Personen beeinflussen oder auf Beweismittel einwirken, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen – wird die U-Haft beibehalten. Die Untersuchungshaft wird zunächst für höchstens drei Monate angeordnet. Danach kann sie jeweils für längstens drei Monate, in Ausnahmefällen für längstens sechs Monate, verlängert werden. Die Staatsanwältin oder der Staatsanwalt stellt zu diesem Zweck ein Haftverlängerungsgesuch beim Zwangsmassnahmengericht, das wiederum darüber entscheidet.

Wie lange dauert es, bis Anklage erhoben wird?

Das kann Monate in Anspruch nehmen.

Welche Strafe droht dem Gemeindeschreiber?

Erst einmal müssten sich die Straftatbestände erhärten. Falls der Beschuldigte angeklagt und verurteilt wird, drohen folgende Strafen: Für den Straftatbestand der Pornografie sieht das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Wer ausserdem mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt oder es zu einer solchen verleitet, wird ebenfalls mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe belangt.

Sexuelle Handlungen mit Kindern: Steinacher Gemeindeschreiber bis 15. Januar in Untersuchungshaft +++ Als Tennisclub-Präsident soll er keinen Kontakt zu Junioren gehabt haben

Die Kantonspolizei St.Gallen hat am Mittwoch den Gemeindeschreiber von Steinach verhaftet. Der Mann wurde wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kindern inhaftiert. Das Zwangsmassnahmengericht hat nun entschieden, dass der Beschuldigte bis mindestens 15. Januar in U-Haft kommt.
Rudolf Hirtl, Rossella Blattmann, Alexandra Pavlovic