Verfahren um künstlich befruchtete Eizellen geht weiter: Thurgauerin will sich im «Zechprozess» nicht mit dem Urteil abfinden

Eine Thurgauerin ging im Streit um Eizellen vor dem Gericht Feldkirch leer aus. Das Gericht sah keine Fehler beim österreichischen Fortpflanzungsinstitut. Die Klägerin gibt aber nicht auf und geht in die zweite Instanz.

Christiane Eckert
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Eine Thurgauerin hoffte durch eine künstliche Befruchtung auf ein spätes Mutterglück.

Eine Thurgauerin hoffte durch eine künstliche Befruchtung auf ein spätes Mutterglück.

Bild: Michel Canonica

Im Mai dieses Jahres war der erstinstanzliche Ausgang des Zivilverfahrens der Causa «Patientin gegen Fortpflanzungsmedizinisches Institut» klar. Die Thurgauerin, die vergeblich versucht hatte, mittels medizinischer Unterstützung ein Kind zu bekommen, verlor den Prozess. Die Klage, in der sie die Herausgabe vermeintlich noch vorhandener, tiefgefrorener Embrionen verlangte und zudem 10'000 Euro Schmerzengeld begehrte, wurde von der Feldkircher Richterin Sieglinde Stolz in erster Instanz abgewiesen. Ein langer Prozess mit etlichen Vertagungen hatte vorerst sein Ende gefunden. Nun steht fest, dass sich die Klägerin mit dieser Entscheidung nicht abfinden will.

20-seitige Berufung

Der Rechtsvertreter der Frau, der Innsbrucker Anwalt Andreas Ermacora, hat bereits eine rund 20-seitige Berufung verfasst. «Die Gegenseite erkennt die Entscheidung nicht an und sieht offenbar Mängel vorliegen», informiert Dieter Bitschnau, Mediensprecher des betroffenen medizinischen Institutes.

Bitschnau sieht einen Zusammenhang mit einer entsprechenden Rechtsschutzversicherung der Klägerin. Somit ist Innsbruck am Zug. Das Oberlandesgericht muss nun die Richtigkeit der erstinstanzlichen Entscheidung überprüfen. Wann das sein wird, ist offen.

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