Verfahren gegen ehemaligen St.Galler Kantonsrat und Kantonspolizisten endet mit Vergleich: Er hatte Arbeitskolleginnen sexuell belästigt

Ende April 2019 wurde gegen Marcel Dietsche Anzeige wegen mehrfacher sexueller Belästigung von Arbeitskolleginnen eingereicht. Der Rheintaler trat daraufhin von seinen Ämtern zurück. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft St.Gallen das Verfahren eingestellt – der Beschuldigte einigte sich mit den Frauen in einem Vergleichsverfahren.

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Der damalige Kantonspolizist und Kantonsrat war von Beginn an geständig.

Der damalige Kantonspolizist und Kantonsrat war von Beginn an geständig.

Symbolbild: PD

(pd/dar/rek) Ende April 2019 wurde gegen den Rheintaler Marcel Dietsche, der damals im Kanton St. Gallen als Kantonsrat und Kantonspolizist tätig war, Strafanzeige wegen mehrfacher sexueller Belästigung sowie weiterer Delikte gegen die sexuelle Integrität zum Nachteil von Arbeitskolleginnen erstattet. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen eröffnete in der Folge eine Strafuntersuchung, um die genauen Tatumstände abzuklären.

Das Strafverfahren ist mittlerweile eingestellt worden, nachdem sich der Beschuldigte im Rahmen eines Vergleichsverfahrens mit den betroffenen Frauen gütlich einigen konnte. Dies teilt die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen per Communiqué mit. Betroffen waren drei Polizistinnen aus dem Korps der Kantonspolizei St.Gallen, die mit dem Beschuldigten zusammenarbeiteten.

Beschuldigter räumte Fehlverhalten ein

Die Strafuntersuchung habe gezeigt, dass sexuelle Handlungen gegen den Willen der betroffenen Frauen stattgefunden hätten, schreibt die Staatsanwaltschaft. «Der Beschuldigte war von Beginn an geständig, sich gegenüber den Arbeitskolleginnen unangebracht verhalten zu haben. Er räumte ein, Grenzen überschritten zu haben, und ist sich seines Fehlverhaltens bewusst.»

Im Rahmen einer Vergleichsverhandlung, wie sie von der Schweizerischen Strafprozessordnung vorgesehen ist, konnte sich Dietsche mit den ehemaligen Arbeitskolleginnen gütlich einigen und entschuldigte sich für sein grenzüberschreitendes Verhalten, wie es in der Mitteilung heisst. In der Folge hätten die betroffenen Frauen ihre gestellten Strafanträge gegen ihn wegen Delikte gegen die sexuelle Integrität zurückgezogen und ihr «Desinteresse an einer weiteren Strafverfolgung» erklärt. Das Verfahren ist nun rechtskräftig eingestellt.

Von allen Ämtern zurückgetreten

Dietsche war im Mai 2019 per sofort von allen öffentlichen Ämtern zurückgetreten – da sich allein schon die Eröffnung einer Strafuntersuchung nicht mit seiner beruflichen und politischen Tätigkeit vereinbaren lasse, wie er damals mitteilte. Er fälle diesen Entscheid zum Schutz seiner Familie, seiner Partei – der SVP – und weiterer Organisationen, denen er angehörte, schrieb Dietsche in der Mitteilung. Zudem kündigte er seine Stelle bei der St.Galler Kantonspolizei.

Der Oberrieter war zum damaligen Zeitpunkt gerade erst in die vorberatende Kommission des Kantonsparlaments für die Gesamterneuerung des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums in St.Gallen gewählt worden.

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