«Verantwortung gegenüber Besuchern und Ausstellern ist gross» – Entscheid über Olma-Durchführung wird spätestens im Juni gefällt

Die Veranstalter zögern die Entscheidung so weit als möglich nach hinten: Ob die Olma vom 8. bis 18. Oktober durchgeführt werden kann, entscheiden die Verantwortlichen spätestens im Juni.

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An der Olma kommen sich viele Menschen sehr nahe.

An der Olma kommen sich viele Menschen sehr nahe.

Bild: Beat Belser

(pd/chs) Der Bundesrat hat entschieden, Grossveranstaltungen nicht zu erlauben – mindestens bis Ende August. Damit steht auch die Durchführung der mit Abstand grössten Schweizer Publikumsmesse auf Messers Schneide. Rund 350'000 Personen besuchen jedes Jahr im Oktober die Olma. Eine Zahl, die in Coronazeiten unwirklich tönt. Sollen es die Veranstalter wagen oder nicht, die Olma zu planen und durchzuführen? Wie die Olma Messen am Freitag mitteilen, fällt der Entscheid über die Durchführung spätestens im Juni.

Bedenken haben zugenommen

Die Entwicklungen der letzten Wochen hätten die Olma Messen St.Gallen vor den Entscheid gestellt, ob eine Olma 2020 verantwortet und erfolgreich durchgeführt werden könne. «Der Erfolg der elftägigen Olma lebt zu einem wesentlichen Teil vom Erlebnis- und Volksfest-Charakter, der Geselligkeit und Gemütlichkeit», so der Wortlaut der Medienmitteilung.

«Die Olma Messen St.Gallen sind sich bewusst, dass die Verantwortung gegenüber Ausstellern und Messebesuchern gross ist und die Bedenken bei den involvierten Organisationen und Personen zugenommen haben.»

Die Verantwortlichen wollen deshalb die Entwicklungen der kommenden Wochen genau beobachten und weitere Erkenntnisse sammeln, bevor der Verwaltungsrat spätestens an seiner Sitzung vom 5. Juni über die Durchführung der diesjährigen Olma entscheiden werde, um allen beteiligten Partnern, Ausstellern, Sonderschauveranstaltern und Lieferanten Planungssicherheit zu geben.

In der Zwischenzeit werde ein Ausschuss des Verwaltungsrats unter Einschätzung der laufenden Entwicklungen weitere Abklärungen treffen. Gleichzeitig würden bis zum Entscheid die Olma-Vorbereitungen so angepasst, dass möglichst wenig Verpflichtungen eingegangen werden müssten. Zudem werden die Aussteller und Partner gebeten, mit der Vergabe von Aufträgen zuzuwarten. Die Verantwortlichen halten weiter fest:

«Damit kann sichergestellt werden, dass die entstandenen Aufwendungen bei einer allfälligen Absage der Olma auf allen Seiten so klein wie möglich sind.»

Tragisches Ereignis

Dieses Jahr ist Schaffhausen der Gastkanton. Unter dem Motto «Bock auf Schaffhausen» will der kleine Grenzkanton für sich werben, eine Sonderausstellung auf die Beine stellen und den Olma-Umzug anführen.

Nach einer allfälligen Absage der Olma, gibt es wohl nur etwas, das ebenfalls als tragisches Ereignis in die Olma-Geschichte eingegangen ist: In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2000 brannte die legendäre Halle 7 – nur wenige Stunden nach dem Abschluss der 58. Olma – komplett nieder. Menschen und Tiere kamen damals keine zu Schaden.

Vielfältige Erlebniswelt für alle Generationen

Die Olma gibt es seit 1943, damals wurde sie im Rahmen der Anbauschlacht als landwirtschaftliche Ausstellung lanciert. Seit 1946 ist sie vom Bundesrat als nationale Messe anerkannt. Die Olma beginnt jedes Jahr am Donnerstag vor dem Gallentag vom 16. Oktober, dem Festtag des heiligen Gallus, Stadtpatron von St.Gallen. Fester Bestandteil der Olma sind der grosse Jahrmarkt und der Festumzug am ersten Olma-Sonntag. Alles Anlässe, an denen sich viele Menschen sehr nahe kommen. (pd/chs)

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Regula Weik, Ralf Streule, Mario Testa und Roger Berhalter