Vater unterliegt im Streit um Unterhaltsbeiträge

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Bundesgericht Obwohl seine Vaterschaft mit 99,99 Prozent erwiesen war, wehrte sich ein Vater im Kanton Thurgau gegen die Feststellung des Kindesverhältnisses. Im Sommer 2015 gebar eine Frau ein aussereheliches Kind, für das ein Beistand eingesetzt wurde. Dieser reichte in der Folge eine Vaterschaftsklage gegen den mutmasslichen Vater ein. Gestützt auf ein DNA-Gutachten stellte das Bezirksgericht Arbon im Sommer vergangenen Jahres fest, dass der Mann der Vater des Kindes ist. Es verpflichtete diesen, für das Kind abgestufte Unterhaltsbeiträge zwischen 700 bis 1000 Franken bis zum 18. Altersjahr beziehungsweise bis zum Abschluss der Erstausbildung zu bezahlen. Dagegen ging der Vater mit allen rechtlichen Mitteln vor: Er gelangte zuerst ans Obergericht des Kantons Thurgau und dann ans Bundesgericht, hatte mit seinen Einwänden aber keine Chance.

Mit Händen und Füssen gegen Vaterschaft gewehrt

Vor Bundesgericht behauptete der Vater beispielsweise, die Familie des Kindes habe ihm mit der Polizei gedroht und ihn zur Vaterschaft gezwungen. Zudem habe er das Kind besucht und festgestellt, dass dieses ganz andere Augen und Haare habe als er. Auch habe ihm die Mutter gesagt, das Kind sei nicht von ihm. Er führte auch aus, die Polizei habe seine Wohnung kaputt gemacht, und er sei angezeigt worden mit der Begründung, er wolle das Kind nach Tunesien entführen. Weiter gab er zu Protokoll, die Kindsmutter lüge und phantasiere durchwegs und sie habe ihn bei der Staatsanwaltschaft falsch angeschuldigt. Schliesslich forderte er, dass noch ein Bluttest gemacht werde, weil der vorangehende DNA-Test möglicherweise falsch sei.

Das Bundesgericht liess sich davon nicht überzeugen. Aufgrund der Untersuchungen steht nämlich fest, dass eine Vaterschaftswahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent besteht. Tatsache ist auch, dass sich der Mann und die Frau seit der Schulzeit kennen und ausserdem während zweieinhalb Jahren ein Paar waren. Der Präsident der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts wies deshalb die Beschwerde im vereinfachten Verfahren als unbegründet ab. Der Vater muss die Gerichtskosten von 500 Franken bezahlen. (tzi)

Urteil 5A_42/2017

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