Vaduzer Signale für Spitalkooperation

VADUZ. Die deutliche Zustimmung zum Spital-Referendum hat Auswirkungen auf die künftige Spitalplanung in Liechtenstein. Aufwind haben jetzt jene Kreise, die eine verstärkte Zusammenarbeit mit den umliegenden Spitälern befürworten.

Günther Meier
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VADUZ. Regierung, Landtag und Referendumskomitee – alle sind für einen Neubau des in die Jahre gekommenen Spitals Vaduz. Alle haben sich im Vorfeld der Abstimmung auch für Kooperationen im Spitalbereich ausgesprochen. Doch über das Ausmass der Zusammenarbeit herrscht, einen Tag nach der Ablehnung des Kredites für den Spitalneubau, Unklarheit. Die Mitteilung der St. Galler Fraktionen von SVP, CVP und FDP, die eine Aufnahme des Spitals Vaduz als gleichwertigen Partner in die Versorgungsregion propagiert, ist in Liechtenstein zustimmend zur Kenntnis genommen worden. Aber nur im Grundsatz, weil noch niemand genau die Konsequenzen, Vor- und Nachteile dieser Art Kooperation beurteilen möchte.

Runden Tisch gefordert

Die liechtensteinische Parlamentariergruppe, die sich mit ihren St. Galler Kollegen für eine verstärkte Spitalzusammenarbeit ausgesprochen hat, fordert nun einen runden Tisch, um gemeinsam den regionalen Weg für ein Landesspital zu aufzuzeigen. So rasch dürfte es aber nicht zum Meinungsaustausch kommen, denn Gesundheitsministerin Renate Müssner hat sich für diese Woche abgemeldet. Am Sonntagabend erklärte sie, noch in dieser Legislaturperiode – bis Frühjahr 2013 – ein neues Konzept auf die Beine zu stellen.

Anders sieht es der Parlamentarier Wendelin Lampert: «Das Volk hat jetzt ein Machtwort gesprochen.» Für ihn bedeutet der Entscheid, möglichst rasch konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Seine Gruppierung hat angekündigt, in den nächsten Tagen einen Vorstoss im Parlament einzureichen, der im Dezember im Landtag diskutiert werden soll. Für Lampert ist klar, dass sofort gehandelt werden muss: Ein Abwarten der neuen Legislaturperiode ist für ihn unvorstellbar.

Bereitschaft auch in St. Gallen

Aus dem Kanton St. Gallen liegt nach Auskunft von Heidi Hanselmann, Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, ein Kooperationsvorschlag vor. Demnach würde sich eine Reihe von Feldern anbieten, um die Kooperation zwischen den Spitälern Grabs und Vaduz noch enger auszugestalten. Aber für eine Kooperation brauche es zwei Partner – womit der Ball bei Liechtenstein liegt.

Heidi Hanselmann erklärte sich auch offen für weitere Kooperationen, doch dürfe dies nicht zu einer Mengenausweitung oder einer Verteuerung führen und die Spitalstrategie des Kantons St. Gallen nicht untergraben.

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