Vadian Bank stabilisiert Gewinn

Die Vadian Bank hat 2013 einen Bruttogewinn von erneut über drei Millionen Franken erreicht. Das US-Steuerprogramm drückt aber auf den Jahresgewinn.

Kaspar Enz
Drucken
Teilen

ST. GALLEN. «Operativ war 2013 unser bestes Jahr», sagte Walter Ernst, CEO der Vadian Bank. Hätten im Vorjahr nicht ausserordentliche Einnahmen das Ergebnis verbessert, läge der Bruttogewinn 2013 deutlich über demjenigen des Vorjahres. Tatsächlich liegt es mit 3,01 Millionen Franken um 125 000 Franken unter dem des Jahres 2012. «Wir konnten das Ergebnis auf über drei Millionen Franken stabilisieren», sagt Verwaltungsratspräsident Stefan Kuhn.

Im Zinsgeschäft stabil

Im Zinsgeschäft blieb der Erfolg 2013 stabil, auch wenn das Volumen der Hypothekarausleihungen um knapp 26 Millionen auf 375,6 Millionen zunahm. Angesichts der weitersinkenden Zinsmargen sei dies ein gutes Ergebnis, sagt Walter Ernst.

Anders als bei anderen Regionalbanken macht das Zinsgeschäft aber nur rund die Hälfte des Ertrags der Vadian Bank aus. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft hat die Bank Vadian 2013 aber deutlich zugelegt. Der Erfolg stieg von 2,7 Millionen auf 3,04 Millionen Franken an. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts hat sich die Vadian Bank zusätzlich auf Dienstleistungen wie Vermögensplanung und -verwaltung konzentriert. «Das hat sich als richtiger Ansatz erwiesen», sagt Walter Ernst.

Auslandskunden abbauen

Allerdings wuchs auch dieses Geschäft 2013 nicht so stark wie im Vorjahr. Das hat auch damit zu tun, dass die Vadian Bank ausländische Kunden tendenziell weiter abbaut. «Wegen der regulatorischen Ansprüche können wir nicht mehr Kunden aus allen Ländern bedienen», sagt Walter Ernst. Diesen Kunden werde aber nicht einfach gekündigt. «Wir fordern sie auf, uns nachzuweisen, dass die Vermögen versteuert sind», sagt Ernst. «Fehlt der Nachweis, müssen wir uns trennen.» Zweitens müsse sich die Bank auch fragen, aus welchen Ländern man noch Kunden annehme. Neben rechtlichen Fragen spiele hier auch die Sprache eine Rolle. «Heute haben 95 Prozent unserer Kunden ihr Domizil in der Deutschschweiz», sagt Ernst.

Besonders anspruchsvoll sind in diesem Zusammenhang die Kunden mit US-Anknüpfungspunkt. Im Steuerprogramm der US-Regierung hat sich die Vadian Bank in die Kategorie zwei eingereiht. «Wir können nicht wissen, ob alle als sogenannte US-Persons identifizierten Kunden vollständig versteuert haben», sagt Ernst. Die Abklärungen kosten: Die Bank hat dafür Rückstellungen im Umfang von 1,3 Millionen Franken getätigt. Diese drücken auf das Jahresergebnis, das deshalb mit 1,7 Millionen Franken deutlich unter dem Ergebnis von 2012 liegt.

Aktuelle Nachrichten