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URTEIL: Täter wird nicht verwahrt

Ein Mann hat die Kinder seiner Freundin missbraucht. Dafür muss er für sechseinhalb statt sieben Jahre ins Gefängnis.

Die Berufungsverhandlung gegen den 52-jährigen Schweizer fand am letzten Mittwoch vor dem Kantonsgericht St. Gallen statt. Den Vorwurf, er habe die drei Kinder seiner Freundin in schwerwiegender Weise gesundheitlich geschädigt, so dass sie heute schwere psychische Pro­bleme hätten, wies er zurück. Der Verteidiger beantragte einen Freispruch von Schuld und Strafe oder aber eine Freiheitsstrafe von höchstens vier Jahren. Die Vor­instanz hatte ihn zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Anklage beantragte neun Jahre und zusätzlich die «kleine Verwahrung» (Tagblatt vom 6. April).

Nun hat das Kantonsgericht das Urteil veröffentlicht. Es hat den Mann von der Anklage der schweren Körperverletzung freigesprochen. Hingegen wird er der qualifizierten sexuellen Nötigung, der sexuellen Handlung mit einem Kind, der Pornografie und der Freiheitsberaubung schuldig erklärt. Er erhält eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

Gericht verzichtet auf «kleine Verwahrung»

Auf die Anordnung einer stationären Therapie, sprich der kleinen Verwahrung, hat das Kantonsgericht verzichtet und sich stattdessen für eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme entschieden. Der Verteidiger hatte an der Berufungsverhandlung gegen die kleine Verwahrung plädiert. Die teuren und seltenen Therapieplätze in einer geschlossenen Institution müssten jenen Tätern vorbehalten bleiben, bei denen die Massnahme nötig sei und Erfolg verspreche.

Im erstinstanzlichen Urteil hatte das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland den drei Kindern je eine Genugtuung von 35000 Franken und dem leiblichen Vater 15000 Franken zugesprochen. Diesen Punkt änderte das Kantonsgericht ebenfalls ab. Das eine Mädchen erhält 30000 Franken, das zweite 10000 Franken und der Bub 15000 Franken. Die Genugtuungsforderung des Vaters wird auf den Zivilweg verwiesen.

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

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