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URTEIL: Sorgerecht für Katze geklärt

Das Kreisgericht Rorschach hat eine Frau vom Vorwurf freigesprochen, ihre eigene Katze entführt zu haben. Der Kläger konnte nicht belegen, dass ihm das Tier gehörte.

Eine Rorschacher Katzenbesitzerin hatte ihr Tier per Online-Inserat abgeben wollen und es schliesslich einem Interessenten aus Zürich überlassen. Nach einiger Zeit wollte die Frau den Kater jedoch wieder zurück. Gemäss den Vorwürfen des Mannes soll sie das Tier entführt haben. Der Zürcher zog die Frau vor Gericht – er wollte die Katze zurück und bestand auf Entschädigungen von rund 10 000 Franken.

Gestern hat die zuständige Richterin ihren Entscheid bekanntgegeben: Der Kater darf bei seiner ehemaligen Besitzerin bleiben. «Die Frau darf das Tier behalten», sagt die Richterin auf Anfrage unserer Zeitung. Die Richterin stützt ihren Entscheid darauf, dass der Kläger keinen schriftlichen Beleg vorbringen konnte, dass er der rechtmässige Besitzer des Katers sei. «Es stand Aussage gegen Aussage. Dass das Tier dem Mann gehört, war ohne Vertrag eine reine Behauptung seinerseits», sagt die Richterin. Weiter führt sie aus, dass der ­Zürcher zudem die zurückgehaltenen Impfpapiere sowie den Heimtierausweis zurückgeben muss. Seine Schadensatzforderungen seien hinfällig.

Katze verschwindet plötzlich

Auslöser für die Suche nach einem neuen Katzenhalter war der schlechte Gesundheitszustand der Frau gewesen. Anfang 2016 übergab die Frau ihre Katze dem Interessenten aus Zürich – samt Impfpapieren und Heimtierausweis. Schon einen Monat später jedoch verlangte sie den Kater zurück. Der Mann ging nicht darauf ein. Die Frau aber liess nicht locker und fing an, ihn unter Druck zu setzen. Daraufhin landete der Fall vor Gericht. Wie der Kläger Anfang Juni vor dem Rorschacher Kreisgericht sagte, wurde er von der Frau bedroht. Als die Katze im Mai verschwand, war für ihn klar, dass das Tier entführt wurde. Die Geschichte lief laut der Angeklagten anders ab. Sie habe mit Hilfe der Polizei die Katze zurückholen wollen. Doch die Beamten seien dem Wunsch nicht nachgekommen. Da es der ehemaligen Besitzerin aber erlaubt war, vorbeizugehen und sich nach dem Kater zu erkundigen, tat sie das auch. Das Tier war nicht zu Hause, tauchte dann aber plötzlich auf. Seither ist der Kater wieder zurück bei der früheren Besitzerin – jedoch ohne Papiere. Die wollte der Mann nicht herausrücken.

Die Richterin zeigte bei der Anhörung im Juni wenig Verständnis für den Kläger und ermahnte ihn, dass er die Justiz von wichtigeren Fällen abhalte. «Es ist schon speziell, sich mit solchen Geschichten befassen zu müssen.» Sie habe so etwas noch nie erlebt, sagte die Richterin. «Das Leben schreibt manch­mal schon komische Geschichten.» (lex)

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