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URTEIL: Mit Heroin in den Abgrund

Das Bezirksgericht Weinfelden hat einen 27-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Schweizer hatte sich mit unzähligen Einschleichdiebstählen seinen Lebensunterhalt und seine Sucht finanziert.
Mario Testa

Mario Testa

mario.testa@thurgauerzeitung.ch

Fast 30 Seiten dick ist die Anklageschrift. Und die Anzahl Delikte, für die sich der Beschuldigte am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Weinfelden verantworten musste, nimmt die Hälfte des Papiers in Anspruch. Der heute 27-Jährige hatte in den Jahren 2014 und 2015 eine ganze Reihe von Einschleichdiebstählen in verschiedenen Thurgauer Ortschaften begangen, mit gestohlenen Kreditkarten Einkäufe und Bargeldbezüge getätigt sowie Sachbeschädigungen und Körperverletzungen begangen. Das Geld, rund 7000 Franken, brauchte er einerseits, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, andererseits um sich Drogen zu beschaffen – meist Heroin. Mittlerweile sei er seit 20 Monaten clean, sagte der Angeklagte.

«In die alten Kreise zurückgefallen»

Der Angeklagte ist vorbestraft, hatte eine schwierige Jugend mit Heimaufenthalten, familiären Problemen und abgebrochener Lehre. Er war während längerer Zeit im Massnahmenzentrum Kalchrain. Die Taten, die ihm diesmal von der Staatsanwaltschaft Bischofszell zur Last gelegt werden, stammen aus der Zeit nach dem Aufenthalt im Kalchrain. «Ich war einsam in meiner Aussenwohnung, nahm wieder Drogen und fälschte die Urinproben. Deshalb wurde ich sehr plötzlich entlassen. Danach bin ich wieder in die alten Kreise zurückgefallen», schildert der Angeklagte. Heute fühle er sich dank einer Therapie in der Lage, nicht mehr seiner grössten Schwäche, den Drogen, zu verfallen.

So ruhig und geläutert, wie sich der Angeklagte an der Verhandlung präsentierte, sei er in den Jahren seiner Delinquenz nicht gewesen, sagte die Staatsanwältin aus. «Er hat seine Handlungen bewusst gesteuert, egoistisch, ohne Gedanken an Konsequenzen für die Betroffenen.» Der Angeklagte habe böswillig andere Leute in ihrem Vermögen und ihrem Sicherheitsgefühl geschädigt.

Gericht folgt der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft forderte eine vierjährige Freiheitsstrafe für den Mann wegen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher Hehlerei, mehrfacher einfacher Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und weiterer Delikte. In den meisten Anklagepunkten ist der Beschuldigte geständig. Das betonte auch sein Verteidiger in seinem Plädoyer. Vom Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls versuchte er seinen Mandanten jedoch zu entlasten. «Davon kann nicht die Rede sein. Er stahl, um seine Drogen zu kaufen – und nur dann, wenn sich ihm eine Gelegenheit bot.» Unter Berücksichtigung weiterer Reduktionen sei eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten angemessen.

Das Bezirksgericht folgte in seinem Urteil fast vollumfänglich der Anklage der Staatsanwaltschaft: Vier Jahre Freiheitsstrafe, aufgeschoben für eine stationäre Massnahme. Dazu kommen eine Busse von 400 Franken und über die Hälfte der Verfahrenskosten von insgesamt 51000 Franken.

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