Urteil
Mit 149 km/h bei Mettlen geblitzt: Der Maserati-Fahrer sagt: «Ich bin normalerweise kein Raser»

Zwei Jahre ohne Fahrausweis und eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten bei drei Jahren Probezeit. Der Ausflug mit seinem schnittigen Auto kommt einem Mann aus dem Thurgau teuer zu stehen.

Ida Sandl
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Das schnelle Auto und der Blitzer: Radarbild von der Raserfahrt des Maserati.

Das schnelle Auto und der Blitzer: Radarbild von der Raserfahrt des Maserati.

Bild: PD

Es sollte die letzte Ausfahrt vor der Winterpause sein. Denn in dieses Auto, ein Maserati Coupé Cambiocorsa, steigt er nur bei schönem Wetter. Am Sonntagnachmittag, 23. August 2020, war die perfekte Zeit dafür. Die Sonne schien, die Sicht war klar, die Strasse trocken und es waren wenig andere Fahrzeuge unterwegs. Bei Mettlen habe er kurz aufs Gaspedal gedrückt, sagt der 40-Jährige, der im Thurgau wohnt. Die Geschwindigkeit sei ihm gar nicht bewusst gewesen. Als die Polizei ihn kurz nach seinem Tempo-Exzess anhielt, habe er sich gefragt, was sie von ihm wollen.

149 Stundenkilometer hat der Blitzer gemessen, erlaubt gewesen wären 80. Das entspricht einem Raserdelikt und dafür schreibt der Gesetzgeber mindestens eine Freiheitsstrafe von einem Jahr vor. Der Beschuldigte verteidigt sich vor dem Bezirksgericht Weinfelden:

«Ich bin normalerweise kein Raser.»

So etwas werde ihm nicht wieder passieren, verspricht er und gibt zerknirscht zu: «Ich bin schuldig.» Der Abschnitt, auf dem er zu heftig aufs Gas gedrückt hat, ist einseitig bebaut. «Es ist ein Glück, dass nichts passiert ist», redet ihm Gerichtspräsident Pascal Schmid ins Gewissen.

1000 Franken Busse und die Anwalts- und Verfahrenskosten

Schnell wird der Beschuldigte den Vorfall ohnehin nicht vergessen: Denn für zwei Jahre ist er jetzt seinen Fahrausweis los. Das trifft ihn besonders hart, da er beruflich sehr viel im Auto unterwegs sein müsse.

In Sachen Strafmass hat er sich mit Verteidiger und Staatsanwalt auf ein abgekürztes Verfahren geeinigt. Es sieht eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren vor. Dazu kommt eine Busse von 1000 Franken. Ausserdem muss der Mann die Verfahrens- und Anwaltskosten selber zahlen. Das Gericht bewertet die Strafe als angemessen und hat zugestimmt.