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URTEIL: Mehrfach in Schlägereien verwickelt

Ein 26-jähriger Mann war immer wieder an Raufhandel beteiligt und erhielt dafür eine Freiheitsstrafe von neun Monaten. Vor Kantonsgericht verlangte er nun vergeblich eine Geld- statt eine Haftstrafe.
Claudia Schmid

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte einen in der Schweiz aufgewachsenen Italiener am 5. Juli 2016 zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten und zu einer Busse von 1500 Franken. Zu den Schuldsprüchen gehörten unter anderem mehrfache Körperverletzung, Angriff, Drohung und verschiedene Strassenverkehrs- und Betäubungsmitteldelikte. Dieses Urteil zog der Beschuldigte an die nächste Instanz weiter. Er beantragte mehrere Freisprüche und eine sehr viel mildere Strafe.

In der Berufungsverhandlung beteuerte der Mann bei den meisten Vorwürfen seine Unschuld. Im Wesentlichen ging es um Auseinandersetzungen, die mit anderen Gästen entstanden, als er im Kollegenkreis in Walenstadt und Umgebung im Ausgang war. Er soll seinen Opfern Faustschläge und Fusstritte versetzt und sie teilweise mit dem Tode bedroht haben. Die Zeugen und Opfer ­beschuldigten ihn zu Unrecht, ­erklärte er. Andere seien für die Schläge verantwortlich. Dem ­einen Mann, der traktiert worden sei, habe er sogar geholfen.

Zwei Involvierte hatten ihre belastenden Aussagen kurz vor der Gerichtsverhandlung zurückgezogen. Der Beschuldigte gab zu, dass er die beiden kontaktiert und den Text für sie aufgesetzt hatte. Jedoch habe er sie nicht unter Druck gesetzt, beteuerte er. Zwei weitere Zeugen hatten ihre Aussagen bereits früher widerrufen. Der vorsitzende Richter hielt dem 26-Jährigen sein Vorstrafenregister vor. Zwischen 2006 und 2014 war er regelmässig straffällig geworden. Dabei ging es um Raufhandel, bandenmässigen Diebstahl und Raub, einfache Körperverletzung, Angriff, Fahrerflucht nach Unfall und anderes. Als längste Sanktion hatte er eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 19 Monaten erhalten.

Widersprüchliche Aussagen

Das Kantonsgericht St. Gallen ­befragte fünf Männer und eine Frau als Auskunftspersonen oder Zeugen. Die Fragen drehten sich um drei Auseinandersetzungen in drei unterschiedlichen Lokalen. Der eine Befragte war ein ehemaliger Schulkollege des ­Beschuldigten, der ihn entlastete. Der andere kannte ihn als Schul- und Arbeitskollegen. Er erklärte, er sei beim einen Vorfall gar nicht dabei gewesen und beim zweiten habe er selber mit einem Restaurantgast eine Auseinandersetzung gehabt. Es sei darum gegangen, dass dieser die Polizei habe rufen wollen und er ihm deshalb das Handy aus der Hand geschlagen habe. Von einer Schlägerei des Beschuldigten mit einem Gast wisse er nichts. Die weiteren Auskunftspersonen machten teils widersprüchliche Angaben oder erklärten, sie könnten sich nicht mehr erinnern, da die Vorfälle bereits drei Jahre zurücklägen. Der eine gab schliesslich zu, dass er seine ­belastenden Aussagen unter ­Absprache mit dem Beschuldigten zurückgezogen hatte.

Gedächtnislücken wegen Medikamenten

Der vorgeladene Zeuge machte Gedächtnislücken geltend. Er habe einen Psychiatrieaufenthalt hinter sich und stehe unter Medikamenteneinfluss. Er bezeichnete den Beschuldigten als ehemals guten Kollegen. Nach dem Vorfall hatte er in einer ersten Zeugenbefragung noch belastende Aussagen gemacht. Es tue ihr leid, dass sie den Beschuldigten früher als Drahtzieher der Schlägerei bezeichnet habe, erklärte die Zeugin. Sie habe sich damals in dem Durcheinander wohl geirrt.

Das Kantonsgericht St. Gallen gab seinen Entscheid einige Tage nach der Berufungsverhandlung schriftlich bekannt. Es hob zwar den Entscheid der Vorinstanz auf, fällte in einem Anklagepunkt ­einen Freispruch und stellte eines der Strafverfahren ein, doch senkte es das Strafmass der Vorinstanz nicht. Es erklärte den ­Beschuldigten der einfachen Körperverletzung, der mehrfachen Tätlichkeiten, des Raufhandels, der Drohung, des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des Führerausweises und der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten und zu einer Busse von 1500 Franken.

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