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URTEIL: Kokain in Shampooflasche

Ein Coiffeur im Vorarlberg hat nicht nur Haare geschnitten, sondern auch mit Marihuana und Kokain gehandelt.

Ein 26-jähriger Mann, der aus einem Kriegsgebiet nach Österreich geflüchtet war, zog mit anderen Asylsuchenden im Vorarlberg einen Drogenhandel mit ­Kokain und Cannabis auf. Der Verkauf von einem Gramm Kokain brachte rund zwanzig bis dreissig Euro Gewinn ein. Insgesamt verkaufte der Beschuldigte 100 Gramm des Pulvers. Für ein Gramm Marihuana waren rund zehn Euro zu erzielen.

Wackeliges Geständnis

Vor der Polizei hatte der Beschuldigte die Menge von 100 Gramm Kokain erst eingeräumt, dann ruderte er wieder zurück. Im Prozess will er plötzlich niemals Kokain verkauft haben. Dann doch wieder ein wenig, aber keinesfalls 100 Gramm. Was das Marihuana betrifft, geht es ebenfalls um eine beachtliche Mengen, nämlich sechs Kilo. Verkauft habe er den Stoff in einer Feldkircher Innenstadt-Bar.

2015 war der Mann nach Österreich gekommen. Er lebte erst in Wien, reiste dann weiter nach Vorarlberg. 2016 hatte er erstmals Kontakt zu der Dealergruppe. Sie alle stammen aus einem Kreis von Asylbewerbern, teils anerkannten. Der Mann, der mittlerweile als Coiffeur seinen Lebensunterhalt verdient, bekam das Kokain in einer Shampooflasche von seinem Mittelsmann überbracht. Nur die beiden wussten, dass der Inhalt nicht zum Haarewaschen geeignet war. Wie viel er genau verkauft habe, sei schwierig nachzurechnen, meint die Verteidigung.

Als Rechtfertigung für die anfangs geständigen Angaben vor der Polizei führt der Beschuldigte Alkoholisierung bei Protokollanfertigung an. Der Richter verurteilt den bislang Unbescholtenen wegen Suchmittelhandels in einer kriminellen Vereinigung zu zwei Jahren Gefängnis. «Bei einem Strafrahmen bis zu 15 Jahren sind wir damit im unteren Bereich», sagt der Richter. Das Urteil ist rechtskräftig.

Christiane Eckert

ostschweiz@tagblatt.ch

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