URTEIL: Kantonsgericht bestätigt Vergewaltigung

Das Kantonsgericht ist überzeugt, dass ein 28-jähriger Kosovare zwei seiner Exfreundinnen vergewaltigt hat. Es hat einen Schuldspruch der Vorinstanz bestätigt.

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Ein 28-Jähriger wehrte sich vor Kantonsgericht in St. Gallen gegen den Vorwurf der Vergewaltigung (Ausgabe von gestern). Hauptanklagepunkt war, dass er die körperliche und psychische Integrität seiner drei Exfreundinnen missachtet habe. Er habe allen Körperverletzungen zugefügt, zwei vergewaltigt und genötigt sowie der Freiheit beraubt. Zudem sei eine der Exfreundinnen von ihm bedroht und per Mobiltelefon belästigt worden. Nun hat das Kantonsgericht das Urteil schriftlich eröffnet. Es hebt zwar den Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland auf und fällt in vereinzelten Anklagepunkten Freisprüche oder stellt das Verfahren ein, doch bestätigt es die Schuldsprüche der Hauptvorwürfe.

Damit erklärt es den Beschuldigten unter anderem der mehrfachen Vergewaltigung, sexuellen Nötigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung schuldig. Die Vorinstanz hatte ihn zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und einer Busse von 300 Franken verurteilt. Dieses Strafmass senkt das Kantonsgericht um ein halbes Jahr. Zudem wird eine stationäre therapeutische Massnahme angeordnet. Die Verfahrenskosten betragen insgesamt über 120000 Franken. Drei Viertel muss der Beschuldigte zahlen, ein Viertel übernimmt der Staat.

Das Kantonsgericht hatte in der Berufungsverhandlung die drei Exfreundinnen vorgeladen und befragt. Sie hatten im Laufe des Verfahrens ihre Anzeigen zurückgezogen und ihr Desinteresse an einer weiteren Strafverfolgung erklärt. In der Befragung entlasteten sie mehrheitlich den Beschuldigten und verneinten insbesondere, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Der Staatsanwalt zeigte sich in seinem Plädoyer überzeugt, dass die Frauen unter Druck gesetzt wurden und deshalb die Vergewaltigungsvorwürfe zurückzogen. Zu diesem Schluss kam nun auch das Kantonsgericht St. Gallen. (cis)