Urteil gegen Schweinemäster weitergezogen

UZNACH. Ein Schweinemäster aus dem Linthgebiet hat gemäss Kreisgericht See-Gaster weder gewerbsmässig betrogen noch zur Urkundenfälschung angestiftet. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll er für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

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UZNACH. Ein Schweinemäster aus dem Linthgebiet hat gemäss Kreisgericht See-Gaster weder gewerbsmässig betrogen noch zur Urkundenfälschung angestiftet. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll er für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Der Fall sorgte 2015 für Aufsehen: Gemäss Staatsanwaltschaft hatte der Schweinemäster im grossen Stil Schweine vernachlässigt beziehungsweise gequält. Dabei hatte er aber den Abnehmern seiner Schweinelieferungen laut Anklage über Monate vorgegaukelt, er habe die Richtlinien des Labels «QN Schweizer Fleisch» des Bauernverbandes erfüllt – welches immerhin für das Einhalten der Tierschutzbestimmungen steht.

Nur Tierschutzdelikte erwiesen

Wegen des Vorwurfs des gewerbsmässigen Betrugs sowie der Anstiftung zur Urkundenfälschung musste sich der Mäster im September vor dem Kreisgericht See-Gaster verantworten. Das Gericht sprach den Mäster in den wesentlichen Anklagepunkten frei – nur in einzelnen Fällen hielt das Gericht es für erwiesen, dass der Mäster seine Tiere quälte.

Inzwischen hat das Kreisgericht den Parteien eine Urteilsbegründung zugestellt. «Nach Vorliegen des begründeten Urteils hat die Staatsanwaltschaft entschieden, Berufung gegen das Urteil zu erklären», sagt der Medienbeauftragte der St. Galler Staatsanwaltschaft, Roman Dobler. Mit der Berufung fordert der Staatsanwalt, der Hauptbeschuldigte sei des gewerbsmässigen Betrugs und der mehrfachen Anstiftung zur Urkundenfälschung schuldig zu sprechen. Weiter fordert die Staatsanwaltschaft auch für jene Fälle von mutmasslicher Tierquälerei einen Schuldspruch, in welchen der Mäster freigesprochen wurde.

Gemäss Dobler sei man nach Studium des Urteils zum Schluss gekommen, dass das Kreisgericht den Sachverhalt unrichtig festgestellt habe. Die Staatsanwaltschaft fordert eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren sowie eine unbedingte Geldstrafe in der Höhe von 13 500 Franken.

Auch Gehilfe schuldig sprechen

Auch gegen den Teilfreispruch des Gehilfen des Schweinemästers, der sich ebenfalls im Herbst vor dem Kreisgericht verantworten musste, hat die Staatsanwaltschaft Berufung erklärt. Er sei der Gehilfenschaft zu mehrfachem Betrug, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei schuldig zu sprechen. Gefordert wird eine einjährige bedingte Freiheitsstrafe sowie eine bedingte Geldstrafe in der Höhe von 10 000 Franken.

Trotz eines Urteils im Sinne seines Mandanten hatte auch Heinz Peter Kühnis, der Verteidiger des Mästers, Berufung erklärt. Kühnis will durch das Kantonsgericht prüfen lassen, ob das Kreisgericht korrekt besetzt war – seiner Meinung nach hätten es fünf statt nur drei Richter sein müssen. Der Verteidiger hofft, damit zu erreichen, dass das Kreisgericht den Prozess wiederholen muss – bis dann wären sämtliche Verstösse gegen das Tierschutzgesetz verjährt. (zsz)