URTEIL: Freispruch bestätigt

Ein Gleitschirmlehrer trägt keine Schuld am Tod seiner Flugschülerin. Das Kantonsgericht wies eine Berufungsklage ab.

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Bild: Urs Bucher

Bild: Urs Bucher

Ein Gleitschirmlehrer musste ­wegen einer Berufungsklage erneut vor dem Kantonsgericht St. Gallen erscheinen. Der Beschuldigte hatte im Juni 2016 vom Kreisgericht See-Gaster ­einen vollumfänglichen Freispruch vom Vorwurf der fahr­lässigen Tötung erhalten.

Dieses Urteil akzeptierte der Ehemann der verunfallten Gleitschirmpilotin nicht. Er appellierte ans Kantonsgericht und verlangte einen Schuldspruch. Das Richtergremium hatte an die ­Berufungsverhandlung zwei Sachverständige eingeladen, die Auskunft zum Gleitschirmfliegen gaben. Beim Unfall im Juli 2013 bei Schänis absolvierte die Gleitschirmschülerin zusammen mit ihrem Ehemann Flugübungen. Sie wurde dabei vom beschuldigten Fluglehrer betreut, der die Übung vom Boden aus beobachtete. Über Funk erhielt sie Anweisungen von ihm.

Schirmklappe verhängte sich

Die Frau flog mehrmals sogenannte Wingover mit schnellen Richtungswechseln. Plötzlich klappte eine Schirmkappe ein und verhängte sich. Der Gleitschirm begann sich auf einer Höhe von 180 Metern über Boden zu drehen. Der Flugschülerin gelang es nicht, die Kontrolle über den Gleitschirm zurückzugewinnen. Auch reagierte sie nicht auf die Anweisung des Fluglehrers, den Notschirm zu öffnen. Sie stürzte mit hoher Geschwindigkeit zu Boden und schlug auf der Wiese in der Nähe des Landeplatzes auf. Die Verletzungen, die sie erlitt, waren tödlich.

Die Kosten des Verfahrens von über 5000 Franken gehen als Privatkläger zu Lasten des Ehemannes der getöteten Flugschülerin. Er muss auch die Rechtsvertretung des Fluglehrers entschädigen. Diese Kosten belaufen sich auf insgesamt knapp 9000 Franken. (cis)