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URTEIL: Einbrecher muss ins Gefängnis

Innerhalb von acht Monaten brach ein 21-Jähriger in 23 Privathäuser ein. Er stahl Geld, Schmuck und elektronische Wertsachen. Nun hat er eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren erhalten.
Claudia Schmid

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

Ein junger Rumäne beging vom 30. Juli 2016 bis 4. April 2017 zahlreiche Einbrüche. Fünf Privathäuser, in die er einschlich, befanden sich im Kanton Zürich, 18 in der Stadt St. Gallen. Teilweise stieg er in Wohnungen ein, in denen die Bewohner schliefen.

Bei den Mehrfamilienhäusern hatte er es vor allem auf das Parterre oder Hochparterre abgesehen. Oft gelangte er über Fenster, welche in der Nacht offen standen, in die Wohnungen. Alleine oder zusammen mit einem Komplizen durchsuchte er die Räume und entwendete Wertsachen. Der Deliktsbetrag beträgt rund 42000 Franken, der Sachschaden rund 16000 Franken. Verhaftet wurde der Mann, als er als Fahrgast eines rumänischen Reisebusses die Grenze zwischen der Schweiz und Österreich querte. Im Rahmen der Aktion «Linienbuskontrolle» fiel er dem Grenzwachtkorps auf. Er trug grössere Bargeldbeträge verschiedener Währungen, Uhren und Schmuck mit sich. Alle diese Gegenstände hatte er in zwei Brotlaiben versteckt. Bei der genaueren Kontrolle fand man mehrere DNA-Treffer, die auf eine Beteiligung an diversen Einbrüchen hinwiesen.

Laut dem Staatsanwalt war der 21-jährige Mann nach seiner Verhaftung rasch geständig. Er klagte ihn wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Hehlerei an. Als Sanktion beantragte er eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Hälfte sei zu vollziehen, die anderen 18 Monate mit einer Probezeit aufzuschieben.

In Rumänien ohne Einkommen

Er sei seit 2015 immer wieder als Tourist in die Schweiz gekommen und habe draussen in Parks geschlafen, weil ihm das Geld für ein Hotel gefehlt habe, erzählte der Beschuldigte, der weder lesen noch schreiben kann, an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen. Ältere Kollegen hätten ihm gezeigt, wie man am besten in Privathäuser einbreche und wie man auch durch offene Fenster in fünf Metern Höhe gelange.

Die Straftaten habe er begangen, weil er in seiner Heimat über kein Einkommen verfüge. Er sei dort ein armer Mann. Ihm sei nichts anderes übrig geblieben, als sein Glück im Ausland zu suchen. Sobald er wieder zu Hause sei, wolle er versuchen, eine Arbeit zu finden und die Mutter seines zweijährigen Kindes heiraten. Auch im Plädoyer des Verteidigers blieben die Straftaten unbestritten. Er sah aber eine geringere Sanktion als angemessen und beantragte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Seinem Mandanten sei es darum gegangen, mit den Straftaten den Lebensunterhalt für sich, seine Freundin und ihr gemeinsames Kind zu bestreiten. Den älteren Kollegen sei es wohl leicht gefallen, den schmächtigen und noch unreifen jungen Mann zu den Einbrüchen im Ausland zu überreden. Das Kreisgericht folgte bei der Strafzumessung den Anträgen der Staatsanwaltschaft, senkte aber den Anteil der vollziehbaren Sanktion.

«Unverfrorenes Vorgehen»

So muss der Beschuldigte von den drei Jahren Freiheitsstrafe nur 15 Monate im Gefängnis verbringen, 21 Monate werden mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. Zudem sprach das Gericht eine Landesverweisung von zehn Jahren aus. Der vorsitzende Richter bezeichnete das Vorgehen des Einbrechers als unverfroren. Es habe sich straferhöhend ausgewirkt, dass einige der Bewohner während seiner Einbrüche zu Hause gewesen seien und geschlafen hätten.

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